Osten Westen Mitte - Spaziergänge durch das neuere Berlin
Warum sieht es im "neuen" Berlin so aus, wie es ist? Ein Stadtspaziergang, der die Augen öffnet für Stadtplanung und deren Fehler.
Lehrstunde Stadtbetrachtung
Das neuere Berlin - sehen wir dauernd, aber wir gucken nicht richtig hin. Also los, wir lernen Spazierengehen mit Herrn Hoffmann-Axthelm, und es macht Spaß.
Er geht mit uns durch den Hauptbahnhof, an dem ihm schon der Name mißfällt, weil er so angibt, aber den Rest vom Glashaus findet er ganz gelungen, weil es eben kein "Einkaufszentrum mit Gleisanschluß" ist. Das Drumherum allerdings - ist das Berlin oder ein zu groß geratenes Bielefeld?
Osten - Westen
Am Alex: jede Menge Menschen, Verkehrsachsen, unterirdische Tunnel, Schächte, Gänge - und irgendwie wollen alle immer nur weg, bis auf ein paar Punker, die sind immer da. Der Alex ist kein Mythos, bloß ein aufgeregter Platz.
Und der alte Westen? Ruhiger, feiner, schicker? Eher nicht. Der Breitscheidplatz - war schon zu Mauerzeiten ein ewiges Ärgernis. Den einen gefiel der Wasserklops nicht, die anderen bemängelten den Autotunnel direkt nebenan - trotzdem ist es da immer voll. Immer schon gewesen.
Verspielte Chancen
Wie kommt sowas? Wir bekommen ein bißchen Stadtplanung erklärt, wie sich das so entwickelt hat, manchmal ist Stadtplanung ein anderes Wort für Fehlplanung.
Schönes Beispiel: Das ehemalige Kranzler-Eck, Ku'Damm Ecke Joachimsthaler. Da gab es Chancen für Charme und Schönheit nach der Wende - nicht genutzt. Hohe Häuser, hohe Mieten, sinkendes Interesse.
Schönes, kritisches Bändchen über das moderne Berlin.
Monika Burghard
Dieter Hoffmann-Axthelm
"Osten Westen Mitte
- Spaziergänge durch das neuere Berlin"
edition fotoTAPETA
12,80 Euro
