Kommissar bürgerlich
So hat er sich vorgestellt, der Kluftinger, in seinem ersten Fall: Er hasst es, beim Essen gestört zu werden, besonders montags, da gibt es Käsespätzle. Bei ihm heißen sie Kässpatzen, seine Frau mag das Zeug nicht, kocht's ihm aber seit 15 Jahren. Jeden Montag. Das ist Ehe.
Ausserdem trägt Kluftinger montags Lederhose mit Wollstrümpfen und weissem Hemd. Er geht zur Musikprobe, seiner Frau zu Liebe, seit 15 Jahren, das ist Ehe.
Seine Frau heißt Erika, Kluftinger heißt mit Vornamen Kommissar, das muss reichen. Außerdem hat er graue Haare, und davon wenig, und eine Knollennase.
Leichen-Allergie und Kollegen-Aversion
Das alles wäre ja schon Schicksal genug, aber Kluftinger, der Kommissar, leidet auch noch unter einer ausgeprägten Leichen-Unverträglichkeit, seit ihn sein Vater, der Dorfpolizist, mal mitgenommen hat zu einem Fall, da war der Kluftinger 12.
Er hätte ja was anderes werden können als ausgerechnet Kommissar in Altursried, Allgäu, 30.000 Einwohner. Ist er aber nicht, drum muß er ausgerechnet an seinem Kässpätzle-Musik-Montag zur Ermittlung. Da trifft er auf jede Menge Kollegen, die ihm alle schwer auf die Nerven gehen, seit längerem schon,
Allgäuer Mordpremiere
Der erste Mord in Altusried:, Der Tote heißt Philip Wachter und ist ein hohes Tier im örtlichen Milchwerk. Erwürgt, zu Hause. Und es geht um die Milch, wozu sind wir denn im Alläu, um anständigen und unanständigen Käse, um Tradition und Moderne und Betrug. Alles im Allgäu.
Dem Kluftinger geht's schwer an's Gemüt, der schlechtgelaunte Eigenbrötler ermittelt verbissen und zielsicher vor sich hin - zu unserem ruhigen Vergnügen.
Monika Burghard
Volker Klüpfel/Michael Kobr
"Milchgeld -Kluftingers erster Fall"
Piper
9,95 Euro
