Buchcover "Eine von uns", Abb: Deuticke Verlag
Sehr britisch und sehr spannend. | Bild: Deuticke Verlag Download (mp3, 2 MB)

Harriet Cummings - Eine von uns

Bewertung:

In der englischen Provinz wird es unheimlich: Spuren von schmutzigen Schuhen auf der Treppe, fettige Fingerabdrücke auf dem Spiegel, Dinge verschwinden, andere tauchen auf. Dann verschwindet Anna. Den Abgründen dieser Dorfidylle entkommt man nicht. Eine wahre Geschichte und nichts für Leute, die sich im Dunkeln fürchten.

Dieser Buchtipp ist echt ohne Gewähr, ich bin nicht verantwortlich, wenn jemand nicht einschlafen kann nach der Lektüre von "Eine von uns".

Der Anfang ist noch total harmlos, wir befinden uns ihm Jahr 1984, und Deloris, mit der wir dieses kleine Dorf in Engalnd kennenlernen, ist eine sehr junge, sehr gelangweilte Hausfrau, die gerade "Dallas" guckt. SueEllen schickt soeben J.R. zum soundsovielten Mal zum Teufel.

Deloris ist allein zu Haus und hat keine Lust zum Abwaschen oder zum Staubsaugen, und von oben hört sie ein winziges Geräusch, aber sie achtet nicht drauf, weil jetzt gerade der Cliff-Hanger bei Dallas kommt. Sie hätte aber drauf achten sollen.

Unheimliche Besuche in einer heilen Welt
Einerseits ist immer alles ganz normal in einer kleinen heilen Welt, in der jeder jeden kennt und alle alles voneinander wissen. Und andererseits haben wir unheimliche Besuche in den Dorfhäusern. Besuche, die Griffspuren hinterlassen, der Besuch lässt Kleinigkeiten mitgehen, mal eine Ansichtskarte oder so, man hört nachts leise Schritte auf dem Pflaster. Man weiß nicht, wie er rein und raus kommt, man weiß nicht, wer es ist. Es könnte jeder oder jede sein, da ist die Idylle ruckzuck im Eimer.

Schluss mit lustig und nett
Wie sich da so der allgemeine Verdacht aller gegen alle in diese kleine Dorfgemeinschaft schleicht, und wie sich die allgemeine, vielleicht sowieso geheuchelte Nettigkeit nach und nach verabschiedet, weil sie ja alle auch ihre kleinen gemeinen Geheimnisse haben, und wie es in den Häusern knackt und knistert, das ist gruselig. Und dann erzählt auch noch Mrs Robinson, wie sie nachts eine Figur über ihrem Bett gesehen hat, und ein Schatten ist über sie hingweggehuscht und sie hörte jemanden atmen!

Vielleicht hatte Mrs Robinson ein Schlücken Gin zuviel, aber in dem Dorf lacht keiner mehr. Am wenigsten, als dann Anna verschwindet, die nette Anna, die alle gut leiden konnten, vielleicht, weil sie so unscheinbar war. OK, Gruselig, denkt man, aber ist ja bloß eine Geschichte.

Und das ist eben der Hammer, die Geschichte ist wahr. Sie hat sich zugetragen, in den 80ern in England, mehr sag ich nicht, außer: Nichts für Leute, die sich im Dunkeln fürchten.

Beitrag von Monika Burghard

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