Fremd und tot
Gunnhildur - das ist ja mal ein ganz anderer Ermittlerinnen-Name. Gunnhildur, genannt Gunna, muss frühmorgens los, ein Toter liegt am Dock Hvalvik, einem kleinen Ort an der Süwestküste Islands.
Ein toter Fremder auch noch, Fremde gibt es hier nicht oft. Gunna zieht erstmal Flatterband um den Fundort, dann wartet sie auf die Profis, denn in Gunnas Polizistinnenleben waren bisher betrunkene Randalierer die beruflichen Höhepunkte.
Hier Desinteresse - da Neugier
So richtig viel Interesse hat anscheinend keiner daran, diesen Toten zu identifizieren und dann mal zu schauen, wer ihn ins eisige Wasser befördert hat.
Gunna bleibt auf dem Fall sitzen, das nimmt ja keiner so richtig ernst, wenn ein Zwei-Mann-Revier in einem winzigen Kaff vor sich hin ermittelt. Wäre aber besser, denn Gunna gibt nicht auf, obwohl sie heftigen Gegenwind kriegt.
Gunna wirbelt Staub auf
Ihre Gegner sitzen in den obersten Gesellschafsetagen, es geht um große Geschäfte und sehr viel Geld. In dem kleinen Kaff, das keiner kennt, wollen Industrie und Politik unbemerkt das ganz große Ding drehen, weit jenseits von Umweltschutz- und sonstigen Vorschriften.
Skrupel spielen keine Rolle, der Tote am Hafen war bloß so eine Art Betriebsunfall.
Ohne Scheu
Gunna zieht die Sache unbeirrt durch, und wir lernen beim Lesen nicht nur jede Menge ungewohnter Namen kennen, sondern auch sonst noch viel Interessantes über die Eis-Insel.
Monika Burghard
Quentin Bates
"In eisigem Wasser"
Bastei-Lübbe
8,99 Euro
