Späte Anerkennung
Mit 17 hat sie ihren ersten Film gedreht, aber dann dauerte es doch noch ein paar Jahrzehnte, bis die Anerkennung kam, seitdem hagelt es Preise und Orden für die Schauspielerin Hannelore Elsner, die Charakterdarstellerin.
Engagement von der Straße weg
Bis dahin war sie in erster Linie schön, jung und sexy und drehte einen Film nach dem anderen, Unterhaltung war Trumpf.
Dabei wollte die ganz junge Hannelore eigentlich Abitur machen und Kinderärztin werden - das Geld reichte nicht für so was, die Familie war nicht reich. Der Teenager wurde praktisch auf der Straße beim Spazierengehen von einem Produzenten entdeckt - da war die Sache schnell klar.
"Blöder Beruf"
Damals, es waren die Fünfziger und das Wirtschaftswunderdeutschland, finanzerten Filmfirmen noch die Ausbildun. Also bekam Hannelore Schauspielunterricht, der sie tödlich langweilte Sie fand überhaupt die Schauspielerei "läppisch, trivial und frivol".
Trotzdem: Sie ging unentwegt ins Kino, sah alles, was quasi gut und teuer war, alles ausländische Filme. Und drehte dann in Deutschland, naja, eben das Läppische, Triviale und Frivole, muss man schon so sagen.
Hannelore Elsner fasst es so zusammen: "Ich bin einfach so durchgegangen, um Geld zu verdienen. Aber gedacht habe ich: Um Gottes Willen, was sind das für Filme?" Die hießen "Alt-Heidelberg", "Das Mädchen mit den schmalen Hüften" oder "Tante Jutta aus Kalkutta", so war das eben damals.
Ansprechend erzählt
Der Weg bis zum Durchbruch als "Die Unberührbare" im Jahr 2000 war lang. Hannelore Elsner erzählt davon in etwa dem Tonfall, den wir aus ihren Filmen kennen, wir hören sie fast sprechen, manchmal sogar lachen.
Wenig Klatsch und Tratsch, viele Details und viel Nachdenkliches. Ein freundliches Buch, liest sich gut.
Monika Burghard
Hannelore Elsner
"Im Überschwang - Aus meinem Leben"
Kiepenheuer & Witsch
19,99 Euro
