Lachen trotz Klischee
Eigentlich ist das Strickmuster klar: Männer und Frauen passen nicht zusammen, was meistens an der Frau liegt oder mindestens an ihrer Handtasche, außerdem Kindermund und Schwiegermutter. Das läuft.
Was mich betrifft, ich lach da selten. Bei Stefan Schwarz konnte ich es nicht verhindern. Leute charakterisieren und dabei witzig sein, das ist nicht leicht, und er kann das.
Pubertät und Psychologie
"Mein Sohn rastet immer aus, wenn ich behaupte, dass Computerspielen aggressiv macht." Dafür können andere Autoren schon mal vier bis fünf Druckseiten inclusive Kinderpsychologie und Elternberatung verplempern.
Der Sohn ist knapp vor der Pubertät und läßt die Haare wachsen, wo sie wachsen. Papas Kommentar: "Es reicht, wenn er singt wie Wolf Biermann, er muss nicht noch so aussehen!"
Familenbande wörtlich
Außerdem gibt es bei Schwarzens zuhause noch die Gattin, sie liest gern Horror-Krimis, und die Trollprinzessin, die kleine Tochter, die einerseits Abenteuer erleben will, andererseits aber auch Prinzessin sein. Das reicht ja quasi schon als Materialsammlung, es ist genug los.
Zum Beispiel an so Tagen, wo man morgens schon zu dick ist, das Zahnfleisch sich plötzlich zurückgezogen hat zugunsten verlängerter Zahnhälse - wer dann noch seine Fußnägel anschaut, beweist Mut.
Und wenn die Gatin im Internet durch Partnersuchprogramme surft - "nur so aus Spaß, sagt sie abwesend", dann ist es für Herrn Schwarz Zeit, seine große Schwester anzurufen. Die hat schweres Augenzucken und verträgt keinen Stangensellerie. Da geht es einem doch schon mal auf der Stelle besser.
Wer ähnliche Erfahrungen braucht, also dass es einem mal auf die Schnelle besser gehen muß, der soll das lesen. Es geht einem gleich besser.
Monika Burghard
Stefan Schwarz,
"Ich höre dir zu, Schatz
Seitenstraßen-Verlag
9,90 Euro
