So oft haben wir das nicht, dichtende Schauspieler, also wenn sich's hinten richtig reimt. Bjarne Mädel dankt im lustigen Vorwort dann auch gleich mal dem Verlag für das Experiment und wünscht sich, dass es uns geht wie ihm selbst mit den Gedichten: bessere Laune und ein bißchen Schmunzeln, das soll's sein.
Und es geht gleich los: "So, jetzt ist er leer, der Schädel, es grüßt Sie herzlich Bjarne Mädel." Jo, schon mal nett. Dies auch: "Der Morgen danach. Sonne lacht, sie erwacht. Sie fragt ihn: 'Is noch was gewesen?' Er sagt: 'Nee, ich hab gelesen.'" Das ist ja wohl der Morgen nach nichts.
Ein ganzes Beziehungsdrama in drei Zeilen - mehr ist es nicht, das Leben. Hm. Oder dies, Tiefsinn komplett: "Heute hat der Eber Durst, morgen ist er Leberwurst." Das kann man jetzt doof finden, aber auch philosophisch, ganz nach Wunsch.
Auch das Leben als Schauspieler ist ein schönes Thema, zwei Gedichte reichen. Eins: "Auf der Bühne steht ein Mann, und unten sitzen Leute, die gucken sich das an." Zwei: Filmsternchen im Urlaub. "Ich würde mich nicht eitel nennen, doch dass die mich hier so gaar nich kennen...?"
Wenn der Dichter Selbstkritik übt, geht es so: "Der Reim, der noch beim Schreiben gut war, ist nun beim Lesen unzumutbar." Und: "Es ist wirklich wie in Fluch, jeder Promi schreibt ein Buch."
Dieses ist nett und lustig, ein schönes kleines Verschenk-Buch für Party-Einladungen.
Monika Burghard
