Ein Schnupfen hätte auch gereicht
Die Comedienne rechnet mit ihrem Schlaganfall ab und zeigt, sie ist noch da. Nicht Mitleid heischend, sondern ehrlich - zu sich und ihrer Welt.
Bitte kein Mitleid
Das ist schon ein "Trotzdem"- Buch. Sie hat sich große Mühe gegeben, unsere Gaby Köster, damit es möglichst locker klingt. Sie schreibt, so wie sie es gewohnt ist, auf Pointe, sie läßt flotte Sprüche krachen und will auf keinen Fall so was wie Mitleid bei uns erregen.
Aber wir spüren beim Lesen, dass sowas große Mühe macht, dass man eigentlich über einen schweren Schlaganfall und seine Folgen nicht leicht wegkommt, auch dann nicht, wenn man berufsmässig auf Humor getrimmt ist. Gerade dann nicht.
Ritas andere Welt
Gaby Köster hat sich lange versteckt, nicht vor ihren Fans wahrscheinlich, eher vor den Paparazzi-Geiern und ihrer unglücksgierigen Kundschaft.
Jetzt erzählt sie die ganze Geschichte, auch viel Autobiografisches, wie es so war früher in der Familie, als Klein-Gaby von Papa gelernt hat, was Spaß ist und was Spaß macht.
Wie es war bei den Dreharbeiten zu "Ritas Welt" - nicht annähernd so lustig, wie man glauben könnte und nicht ein bißchen familiär. Harte Arbeit in der Show-Branche, die hat sie geleistet bis zum Limit - und dann fiel sie um.
Ich bin noch da!
Sie erzählt von ihrer Krankheit in einem Ton, der trotzig ist und ein bißchen schnodderig. Sie duckt sich nicht vor ihrem Schicksal, die Gaby, dazu ist sie zu stark, das sollen wir merken - das merken wir auch.
Das ist kein "Hilde-Knef-Mich-hat-das-Schicksal-hart-getroffen-Buch", das ist eher ein Signal, hallo, ich bin wieder aufgestanden, ich misch jetzt wieder mit.
Wir sind froh darüber, welcome back, Gaby Köster.
Monika Burghard
Gaby Köster
"Ein Schnupfen hätte auch gereicht - Meine zweite Chance"
Scherz-Verlag
18,95 Euro
