Pech auf der ganzen Linie
Lucy ist Ende Zwanzig, ihre große Liebe hat sie vor ein paar Jahren verlassen, sie ist immer noch Single, ihre Wohnung ist ein Loch und sie ist soeben gefeuert worden. Man könnte also sagen, sie hat ein paar Probleme im Leben.
Mann des Lebens
Also, ihr Leben ist eher grau und öde. Und so sieht es auch aus. Lucy nämlich lernt ihr Leben kennen, ihr Leben ist eine Person, ein Mann, grauer Anzug, graues Hemd, graue Haare, Dreitagebart, lascher Händedruck und kräftiger Mundgeruch.
So stellt sich ja wohl keiner sein Leben vor, aber es ist wie es ist.
Das Leben wehrt sich
Was uns jetzt reichlich seltsam vorkommt, wundert in Lucys Umgebung keine Seele. Die Familie hat was unternommen, hat sich an Lucys Leben gewendet, damit sich mal was ändert.
Und Lucys Leben hat auch keine Lust, noch lange so grau und vermickert vor sich hin zu vegetieren.
Schräge Geschichte, aber wenn man sich erstmal drauf eingelassen hat, ist diese Sichtweise gar nicht ohne Reiz. Was wäre, wenn sich unsere Leben bei uns beschweren könnten, weil sie so öde sind? Weil wir nicht aus den Schlappen kommen, nichts richtig auf die Reihe kriegen und stattdessen auf dem Sofa vor uns hinjammern?
Mach was!
Das hat ja so ein Leben echt nicht verdient, und Lucy muss sich jetzt mal richtig Mühe geben, ihr Leben haut hier und da dazwischen, damit Bewegung in die Sache kommt, und Bewegung heißt: Schwierigkeiten.
Lucy lügt gewohnheitsmäßig, weil dann alles etwas netter aussieht und etwas besser läuft, ihr Leben, also dieser graue Onkel, quartiert sich in Lucys Alltag ein, läuft überall hin mit und sagt für jede Lucy-Lüge eine Wahrheit. Da ist für Trouble gesorgt.
Eine Story mit Phantasie, regt auch ein kleines bißchen zum Nachdenken an - ich fand's lustig.
Monika Burghard
Cecelia Ahern
"Ein Moment fürs Leben"
Fischer-Verlag
16,95 Euro
