Grausiger Einstand
Vor 12 Jahren verschwand die kleine Nele, auf dem Rosenmontagszug in Marne, das ist nicht weit von Brunsbüttel an der Elbe. Spurlos. Und jetzt liegt sie da, am Deich, 14 Jahre alt und tot.
Und das am ersten Tag in der neuen Dienststelle von Oberkommissarin Lyn Harms, gleich so ein grausamer und besonders bizarrer Fall.
Der Leser kennt den Täter
Lyn findet, das tote Mädchen sei ganz besonders und ungewöhnlich blass, der Gerichtsmediziner gibt ihr Recht. Wir ahnen was. Wir denken an Entführung, Kellerverlies, Natascha Kampusch, Fritzl - alles gar nicht falsch und reichlich gruselig.
Dieser Entführer hier wird uns auch vorgestellt, und er ist nicht allein. Und während der in seinem Keller rumfuhrwerkt, ermittelt die Kripo, ohne erstmal richtig vorwärtszukommen - wir werden als Leser direkt nervös dabei, weil wir ja ständig dem Entführer begegnen und nicht eingreifen können, guter Trick.
Achtung: Alptruamgefahr
Die Ermittler laufen also erstmal in Sackgassen, Lyn gerät dauernd mit dem Kripo-Oberchauvi aneinander und hat als Frischgeschiedene mit zwei Töchtern auch noch eine Menge anderer Probleme - alles gut erzählt und sehr spannend, aber als Einschlaflektüre würd ich das nicht empfehlen. Nur im Hellen!
Monika Burghard
Heike Denzau
"Die Tote am Deich"
Emons-Verlag
9,90 Euro
