Deutschland verstehen
Das Buch für jeden, der wissen will, wer die Deutschen sind und wie sie ticken: ein unterhaltsamer und reich bebilderter Datenspiegel unserer Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur.
Statistik kann auch schön sein
Wir sind ein Volk, über das man erstaunlich viel wissen kann, das hätt ich nicht gedacht. Und zwar deswegen nicht, weil ich keine gewohnheitsmässige Statistikleserin bin, wer ist das schon. Aber man verpasst was, hier ist der Beweis.
Und der Beweis macht Freude. Weil sich hier ein paar Leute richtig Mühe gegeben haben, dröges Zahlenwerk in beste Unterhaltung mit Spielcharakter zu verwandeln, man glaubt es kaum.
Nackte Zahlen unterhaltsam präsentiert
Das Kapitel "Was wir lieben" hat natürlich gut mit Alkohol zu tun. Ist das langweilig? Nein, gar nicht.
Ein schöner Kneipentresen, im Hintergrund die Türen für Damen und Herren, zum Wegbringen gewissermaßen. Auf der Damentür steht "50 ml", auf der Herrentür "250 ml", soviel ist es dann wohl an einem gewöhnlichen Trinkabend.
Wir sehen uns um, schöner Holztresen mit drei Zapfhähnen, Autoschlüssel liegen drauf, ein Kassenbon, ach ne. Auf dem Zettel steht, was der Staat an uns verdient, wenn wir uns ordentlich die Kante geben. Viel. Rund 2 Millarden Branntweinsteuer pro Jahr. Allein mal davon. Unglaublich.
Wir sind immer noch am Kneipentresen, das ist hier wie auf einem Wimmelbild, überall was Kleines wie ein Glas Wein, dabei immer noch eine passende Information.
Lobyisten, Müll und viele Pläne
So geht's das ganze Buch durch, richtig witzig und originell, hat es so noch nicht gegeben, glaub ich. Das geht mit historischen Sachen und mit Mülltrennung, mit einem Berliner Lobbyisten-Stadplan, wer hat wo sein Büro und geht mit wem wo essen:
Es geht um Kinder und Karriere und um den Berliner Stadtschloss-Streit, da gibt's das ganze Areal fast dreidimensional zum Gucken und Weiterstreiten.
Tolles Buch mit lauter Sachen, die wir noch nicht wussten.
Monika Burghard
Ralf Grauel /Jan Schwochow
"Deutschland verstehen"
Verlag Gestalten
29,90 Euro
