Der schöne Mann
Welches Männlichkeitsideal steckt hinter der schimmernden Fassade eines David Beckham? Gibt es Vorbilder für die perfekte Selbstdarstellung von Karl Lagerfeld, und muss man nicht mehr über die echten Playboys wissen, wenn man ein James-Bond-Fan ist?
Also ich weiss nicht. Karl Lagerfeld ein schöner Mann. Och nee. Klapperdürr und immer diese abgefressenen Handschuhe. Und sein Motto: "Denken ist genau das, was ich vermeide." Wieso wussten wir das? Weiterblättern, hinten sind die jüngeren Herren. André Benjamin, Dandy-Rapper. Eigentlich ja wohl ein Widerspruch, aber er sieht ziemlich hip aus, Sonnenbrille, braune Baskenmütze, Bärtchen trägt man jetzt wohl. Der "sexieste Vegetarier der Welt", aha, na meinetwegen. Wer ist noch schön?
David Beckham. Kommentar überflüssig. Vier Bonds. Connery, Moore, Brosnan und Craig. Ja sicher, da ist ja Schönheit Berufsbild. Porfirio Rubirosa. Kennt den noch jemand? Hat er Massstäbe gesetzt? Playboy in den 60ern, also reich war er, und Geld macht sinnlich, das weiss man. Aber wie er da so sitzt, breitbeinig in seinem 10.000-Dollar-Anzug, da gefällt er sich selbst am allerbesten, soviel ist klar. Den schönsten Frauen der Welt gefiel es mit ihm auch - Ava Gardner, Marilyn Monroe, Susan Hayward - das ist nur eine kleine Auswahl.
Es soll an seinem Charme gelegen haben. Ja klar. Wir blättern und blättern: Oscar Wilde, Fürst Pückler-Muskau, David Bowie und Rupert Everett, Cary Grant und Andy Warhol - schicke Herren, gepflegte Outfits, nicht alles Womanizer, wahrlich nicht - aber eins haben sie alle gemeinsam: Geld. 16 schöne Männer von gestern und heute, ihre Geschichten und ihr Zeitgeist - sie beweisen, sehr unterhaltsam, die alte These: Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.
(Monika Burghard)
Der schöne Mann
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Knesebeck
ISBN-10: 3868731075
Preis: 24,95