Spuk im Wendland
Verchow, ein Dorf im Kreis Dannenberg, rundherum Wald und Moor. 300 Einwohner, ein Supermarkt, eine Tankstelle. Und ein Geist.
Der Geist eines Mädchens, das vor 20 Jahren hier in Verchow verschwunden ist, niemand hat je wieder von Christine gehört. Aber das weisse Gesicht, das abends gegen 9 Uhr an einer nahen Landstrasse
auftaucht, das wollen schon mehrere Autofahrer gesehen haben.
Anstoß-Mail
Diese Geschichte steht auf einer Geisterseher-Internet-Seite, auf der landet Lokaljournalistin Lea, als sie eine obskure E-Mail öffnet.
Lea ist sofort interessiert, nicht nur wegen der düsteren Andeutungen über einen alten Mord und einen jungen Geist - ihre beste Jugendfreundin ist, ebenfalls vor vielen Jahren, ebenfalls spurlos verschwunden und Lea fühlt sich von dem weißen Mädchen aus Verchow irgendwie angerührt.
Recherche in den Abgrund
Ihr Chefredakteur hält das alles für großen Quatsch, Lea nimmt Urlaub und fährt los, Recherche auf eigene Rechnung. Und schon hier, bei Leas Anfahrt auf dieses Winzkaff im Wendland, ist es irgendwie gruselig.
Sie fährt im Frühling, aber es fühlt sich an wie November. Das Dorf ist idyllisch, aber es kommt uns unheimlich vor, verdächtiges Fachwerk gewissermaßen. Zu Recht.
Was sich in diesem reizenden Dorf abgespielt hat, damals, als ein Mädchen verschwand und ein Junge wahnsinnig wurde, das ist bodenlos und abgründig.
Man ist beim Lesen heilfroh über den Großstadtradau draußen vor dem Fenster. Die Geister können mal schön im Wendland bleiben.
Monika Burghard
Andreas Laudan
"Das weisse Mädchen"
dtv
8,95 Euro
