BuchcoverHoneckers Guckloch und das verschwundene Stück Kudamm; rowohlt Berlin
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Diane Arapovic - Honeckers Guckloch und das verschwundene Stück Kudamm

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Die Hauptstadt steckt voller Geheimnisse, Rätsel und Legenden: Warum zum Beispiel fehlt ein Stück vom Kudamm? Stimmt es, dass Honecker sein Volk durch ein Guckloch in einem Plattenbau am Alexanderplatz beobachtete? Diane Arapovic klärt auf.

Honeckers Guckloch: Ich nenne die Adresse, und wir wissen immer noch nicht mehr, obwohl wir bestimmt schon oft vorbeigegangen sind: Memhardtstraße 2. In Mitte, ein Stückchen Straße zwischen Karl-Liebknecht- und Rosa-Luxemburg-Straße. Der Riesenplattenbau dort wird von den Bewohnern liebevoll "Memi" genannt. Fast ganz oben, im vorletzten Stock, ist ein winziges Fenster, das einzige auf der ganzen Wand.

Hingecikt haben wir noch nie, es ist aber da. Die Legende sagt, dass in der Wohnung da oben einer Honecker-Tochter ihr fensterloses Bad nicht gefiel. Sie bekam ihr Fenster, und Honecker soll von da oben auf sein Volk unten auf dem Alex runtergeguckt haben. So erzählt es Diane Arapovic, die Autorin, die all diese - ich muss schon sagen, auch für selbsternannte Berlin-Kenner wie mich - hochspannenden Stories ausgegraben hat. Klingt lustig - können wir allerdings ja nicht mehr nachprüfen.

Der Kudamm wird zur Budapester
Die sehr originelle Geschichte vom fehlenden Stück Kurfürstendamm ist nachprüfbar: Die Hausnummern am Ku'Damm beginnen mit der Nummer 11. 1 bis 10 - gibt es nicht. Fehlanzeige. Weil vor vielen Jahren nämlich der Kurfürstendamm am Landwehrkanal begann, dann aber aus einem richtigen Mischmasch aus guten Gründen ein Stück der Straße umbenannt wurde, das heißt seitdem Budapester Straße. Und da waren die fehlenden Nummern.

Es spukt in Bethanien
"Berlins letzte Geheimnisse" ist ja der Untertitel des Buches - dazu gehört auch das Aufräumen mit der ewigen Legende, dass die Viktoria auf dem Brandenburger Tor umgedreht wurde, mehrfach, und ihr schöner Rücken deswegen nach Westen weist. Stimmt nicht, sie stand schon immer so.

Keine Aufklärung gibt es darüber, ob es im Künstlerhaus Bethanien am Mariannenplatz wirklich spukt - aber die Geschichte dieses ehemaligen Krankenhauses ist dermaßen gruselig, dass man sich das gut vorstellen kann, wirklich.

Viele, viele Geschichten werden hier neu erzählt, von den Rundfunkpionieren oder warum das Monopoly-Spiel nur bei uns keine Hauptstadtstraßen hat, warum nur bei uns so ein Durcheinander bei den Hausnummern herrscht - bunt und witzig quer durch die Berlin-Geschichte, hab ich sehr gern gelesen.

Beitrag von Monika Burghard

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