Ben Becker - Na und, ich tanze
Er hat was zu erzählen, der nicht mehr ganz junge Rebell: Punkerleben und Theaterkarriere. Flüssig erzählt, auch die Selbstkrtik fehlt nicht.
Privates gut erzählt
Ben Becker, der junge Rebell, ist auch schon nicht mehr ganz so jung, er geht auf die Fünfzig, da hat man schon was zu erzählen.
Wie bei praktisch allen Künstlerbiografien werden ein paar Details mehr erzählt, als man hätte wissen wollen, da konnte wohl auch der mitarbeitende Journalist nichts machen. Aber es liest sich gut und flüssig, nichts Gestelztes, viel Privates.
Selbstreflexion
Auch erstaunlich viel Selbstkritik ist drin, dafür bietet Becker sich selbst ja unentwegt neue Anlässe. Und legt auch nahe, das könnte an einer im Grunde verkorksten Kindheit gelegen haben.
Junge Schauspielerehe, Vater Rolf Becker macht Karriere, Mutter Monika Hansen kriegt die Kinder, der Vater ist politisch links und zu Hause ein brüllender Patriarch, alles nicht schön und nicht von Dauer.
Später, in Berlin, beim Ziehvater Otto Sander, das Gegenteil: viel Spielraum, wenig Autoritäres. Der junge Ben Becker wird Punker, mit allen Provokationen, die damals, Ende der 70er, dazugehörten.
Das Bühnenleben beginnt
Ben Becker kriegt dann doch noch die Kurve ins Theater, wohin denn sonst, er ist ja damit großgeworden. Alles um ihn herum ist irgendwie Theater, und er kennt schon als Jugendlicher alle berühmten Theaterleute persönlich.
Ben Becker ist Bühnenarbeiter an der Schaubühne, kriegt zwei Jahre Schauspielunterricht, privat, weil keine Schauspielschule ihn nehmen wollte. Und dann geht, so ganz allmählich, die Karriere los, wie wir sie inzwischen kennen.
Rebellisch ist er geblieben und ein Raufbold wohl auch - aber er hat eine Tochter, er spielt in Salzburg beim "Jedermann" - und erzählt uns die Geschichte von einem, der es dann doch noch geschafft hat.
Monika Burghard
Ben Becker, Fred Sellin
"Na und, ich tanze"
Droemer
22,99 Euro
