So eine schöne Reise. Inselhopping im Sessel, Träumen beim Wachsein. Von Ozean zu Ozean, vom arktischen über den atlantischen, den indischen und den pazifischen bis zum antarktischen.
Vom Pol bis zur Südsee
Fünfzig Inseln Einsamkeit. Jede gezeichnet auf meerblaues dickes Papier, wie aus uralten Landkarten. Eine heisst sogar so - Einsamkeit: 20 Quadratkilometer im nördlichen Polarmeer, Temperatur im Hochsommer 0 Grad, im Winter Packeis. Keine Bewohner. Aber Geschichten von einer vergessenen Polarstation, übriggebliebenem Proviant, tiefgefroren seit Jahrzehnten.
Weit weg vom Polarmeer: Tristan da Cunha, im Südatlantik, entdeckt von einem portugiesischen Admiral und nach ihm auch benannt. Und vielleicht war Trista da Cunha wirklich mal die Insel der Seligen, als Mitte des 19.Jahrhunderts ein paar Familien versuchten, dort autark zu leben. Das Experiment ging schief. Na klar.
Eine andere Geschichte: in einer Kleinstadt in den Vogesen lernt ein kleiner Junge in seinen Träumen eine fremde Sprache. Niemand sonst kennt oder versteht sie, weder Wissenschaftler noch weit gefahrene Seeleute. Ein Kneipenwirt gibt einen Tipp: eine ältere Dame, die so spreche.
Sie treffen sich, der junge Mann heiratet die ältere Frau und 1983 geht er mit ihr auf "die Insel, auf der seine Sprache gesprochen wird": Rapa Iti, die kleinste der polynesichen Inseln.
Kein Märchen, aber das Buch ist wie ein Märchenbuch. Geschichten und Inseln, ein Traumbuch - ein Buch für Träumer.
Monika Burghard
Bewertung der Redaktion: 
Judith Schalansky
Atlas der abgelegenen Inseln
Mare-Verlag
34 Euro