Alles Neiße, Oder? - Meine Geschichte aus dem Osten
Eine Kindheit in Meck-Pomm. Gemütlich, idyllisch zwischen Trabant, Schlachtefest und Großeltern. Drüben wird zum Schlüsselwort der Erinnerungen.
Überall "Drüben"
"Es war einmal ein Land, das 'Drüben' hieß" - das steht über'm ersten Kapitel, und eigentlich ist das auch das Motto für's ganze Buch.
"Drüben" gab es ja in Deutschland immer doppelt, "drüben" stand für Osten und Westen, ganz nach Blickrichtung. Pakete nach drüben, Fernsehen von drüben - Petra Nadolny hat beide Seiten gekannt, erst Drüben-Ost, dann, ab 1988, Drüben-West.
Trabis und Schlachtefest
Jetzt erzählt Petra Nadolny von Drüben-Ost, von einer ziemlich handfesten Kindheit in Mecklenburg-Vorpommern, auf dem Dorf.
Klein-Petra wird geboren, "als Walter Ulbricht und Erich Honecker schon heimlich von der Mauer träumten und die ersten fabrikneuen Autos der Marke Trabant P50 über die holprigen Staßen tuckerten". Und als zu Hause gerade Schlachtfest war.
Ganz normal eigentlich
Die Dorf-Kindheit klingt sehr schön idyllisch eigentlich, Oma und Opa haben einen kleinen Bauerhof, Nebenerwerb, Hofarbeit und Tiere gehören zum Alltag, grad so wie dann die sowjetischen Soldaten, die in der Nähe stationiert sind.
Petra Nadolny erzählt ihre Kindheitserinnerungen, so, wie wir sie alle haben, ein bißchen nostalgisch, gemütlich, normal - es sind ja immer die kleinen Geschichten, die das wirkliche Leben ausmachen.
Erst als die große Petra dann nach Leipzig geht, weg vom Dorf, um ihren Traum vom Journalismus zu verwirklichen - da beginnen die Probleme, die sie dann schließlich in den Westen drängen. Von Drüben nach Drüben.
Monika Burghard
Petra Nadolny,
"Alles Neiße, Oder?
Meine Geschichten aus dem Osten"
Lübbe
12,99 Euro
