111 Gründe, TATORT zu lieben
Sonntag, 20.15 Uhr. Tatort-Zeit. Geliebtes Ritual, um das Wochenende abzuschließen. Der Fan kennt sicher noch mehr Gründe als 111. Aber ein guter Anfang.
Tatort - was sonst
Es gibt 112. Der 112. Grund ist einfach, dass der TATORT gefühlt schon immer da war, für immer da sein wird - und immer mit demselben Vorspann, ganz egal, was Til Schweiger dazu meint.
Die anderen 111 Gründe sind natürlich genau so schön: Weil es Horst Schimanski sonst nicht gäbe. Schimmi mit seinen schlechten Manieren, seinem guten Herzen und seiner runtergerockten Jacke. Schimmi ist auch for ever.
Dann: Weil mit "Taxi nach Leipzig" 1970 schon die allererste Tatort-Folge mitten in der deutsch-deutschen Geschichte gespielt hat, mit dem unvergleichlich grummeligen Kommissar Trimmel - einfach Fernsehgeschichte.
Egal, was kommt, TATORT muss sein.
Weil es, nebenbei bemerkt, auch unglaublich langweilige Folgen gab oder unerhört verschraubte Geschichten oder Kommissar Palü, und man milde lächelnd darüber hinwegsah, wie bei einem ungezogenen Kind.
Der TATORT ist Kult und wir lieben ihn, weil er gelegentlich so sonderbare Promi-Auftritte einbaut wie den von Dieter Bohlen als schmierigen Kleinkriminellen oder Berti Vogts als aufmerksamen Nachban, der seine paar Sätze quasi vom Blatt buchstabiert.
Geht mit der Zeit, geht aber nicht mit der Zeit
Im TATORT hat die Polizei viele Kurven gekriegt, zum Beispiel die vom granteligen älteren Einzelgänger-Ermittler zu den quasi verpartnerten Duos. Die funktionieren alleine gar nicht, nur im Doppelpack, egal ob Stöver und Brockmöller damals in Hamburg, oder aktuell die zwei aus Münster - allerdings, Schimmi und Thanner sind selbstverständlich nie zu schlagen.
Und: Weil der TATORT die Frauen ranließ ans Eingemachte, früh schon, Nicole Heesters war die Erste, 1978. Es gibt 1000 Gründe, den TATORT zu lieben, diese 111 hier sind ein schöner Anfang.
Monika Burghard
Kurt-J. Heering u. Silke Porath
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