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Do, 24.05.2012 | 02:03 Uhr

Nachrichten

Eine Straßenbahn der BVG fährt durch die Berliner Innenstadt (Foto: dpa)

Verkehr

Schwarzfahrer: Vorerst keine höheren Bußgelder in Berlin

In Berlin wird es wohl vorerst keine höheren Bußgelder für ertappte Schwarzfahrer geben.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr sehe "momentan keinen aktiven Handlungsbedarf", sagte Sprecherin Daniela Augenstein am Donnerstag. Sie reagierte damit auf Forderungen des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), das Bußgeld für Schwarzfahrer von derzeit 40 auf 60 Euro anzuheben.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) befürworteten dagegen den VDV-Vorschlag.  Ein Bußgeld von 40 Euro, das seit 2003 gelte, schrecke kaum mehr ab, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Viele Menschen kalkulierten bereits, wie oft
sie dafür schwarz fahren könnten, bevor sie einmal erwischt würden. Allerdings müsste vor einer Erhöhung die bundesweite Regelung durch das Bundesverkehrsministerium oder die Länder über eine Bundesratsinitiative geändert werden. "Das muss politisch entschieden werden, und zwar bundesweit", so Wazlak.

Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, Jörg Vogelsänger (SPD) (Bild: DPA)

"Schwarzfahren ist kein Kavaliersdelikt"

Vogelsänger unterstützt Forderung nach höherem Bußgeld

Nach Ansicht von Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger sollten Schwarzfahrer stärker zur Kasse gebeten werden. Er unterstütze die Forderung nach einer Anhebung des Bußgelds, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Potsdam.

Schwarzfahren sei kein Kavaliersdelikt. Mit den Erlösen aus dem Fahrkartenverkauf müssten die Verkehrsunternehmen einen bedeutenden Teil der Infrastrukturkosten decken. Die Einnahmen seien unverzichtbar, um ein bedarfsgerechtes Angebot im Nahverkehr aufrechtzuerhalten.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hält eine Staffelung der Bußelder für sinnvoll. Stärker zur Kasse gebeten werden müssten vor allem Wiederholungstäter, sagte eine VBB-Sprecherin. Zudem müsse es auch ausreichend Möglichkeiten zum Fahrkartenerwerb geben. 

Grüne: Soziales Problem

Für die Berliner Grünen ist die Erhöhung des Bußgeldes für Schwarzfahrer "der falsche Weg". Problematisch seien die ständig steigenden Fahrpreise. Einkommensschwache Menschen könnten sich die öffentlichen Verkehrsmittel kaum noch leisten. Mit einer Erhöhung des Bußgeldes sei dieses soziale Problem nicht in den Griff zu bekommen.

In Deutschland fahren nach Angaben des VDV rund 3,5 Prozent der Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr schwarz. Den Unternemen entgingen so jährlich bis zu 250 Millionen Euro an Einnahmen.

Stand vom 2.2.2012

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