Wasser
Berlin hat RWE-Anteil an Wasserbetrieben zurückgekauft
Der Energiekonzern RWE hat seinen Anteil an den Berliner Wasserbetrieben an das Land verkauft.
Das teilte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag in Essen mit. Demnach übernahm Berlin rückwirkend zum 1. Januar den RWE-Anteil von knapp 25 Prozent für einen Gesamtbetrag von rund 658 Millionen Euro.
Das Abgeordnetenhaus hatte in der vergangenen Woche den Kauf mit den Stimmen der rot-schwarzen Koalition gebilligt. Mit der Übernahme will das Land mehr Einfluss auf die Wasserbetriebe bekommen, deren Tarife in den vergangenen Jahren stark gestiegen waren.
Einziger privater Anteilseigner ist nun der französische Konzern Veolia, der knapp 25 Prozent hält.

Die Wasserpeise sollen um 15 Prozent gesenkt werden.
Trinkwasserpreise sollen um 15 Prozent gesenkt werden
Die Berliner Wasserbetriebe waren 1999 für damals 3,3 Milliarden D-Mark (1,69 Milliarden Euro) zur Hälfte an RWE und den französischen Veolia-Konzern (je 24,95 Prozent) verkauft worden, um die hoch defizitäre Landeskasse zu entlasten. 2010 hatten die Berliner in einem Bürgerentscheid für eine Rekommunalisierung gestimmt.
Das Bundeskartellamt hatte im Juni verfügt, dass die Wasserpreise in diesem Jahr um 18 Prozent und in den nächsten drei Jahren um 17 Prozent gesenkt werden müssen.
Von den Regierungsfraktionen von SPD und CDU war in der vergangenen Woche im Abgeordnetenhaus eine Absenkung der Preise beschlossen worden. In der Entscheidung wurde der Senat aufgefordert, alle Berliner Wasserkunden noch in diesem Jahr um insgesamt 60 Millionen Euro pauschal zu entlasten. Langfristig soll der Senat im Aufsichtsrat der Wasserbetriebe dafür sorgen, dass die Trinkwasserpreise um mindestens 15 Prozent gesenkt werden.