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Mo, 20.05.2013 | 16:03 Uhr

Nachrichten

Streikende Lufthansa-Mitarbeiterinnen (Bild: dpa)

Tarifkonflikt

UFO will am Freitag 24 Stunden flächendeckend streiken

Nach den Streiks am Dienstag haben die Stewardessen und Stewards der Lufthansa angekündigt, am Freitag ein weiteres Mal in den Ausstand zu treten, diesmal für 24 Stunden und flächendeckend. Dies teilte die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO am Dienstagabend mit.

"Wir werden alle Standorte der Lufthansa von 0 bis 24 Uhr bestreiken", kündigte UFO-Chef Nikoley Baublies in München an. Bereits am Dienstag hatten die Stewardessen und Stewards ihren Ausstand massiv ausgeweitet und weit mehr als 300 Flüge ausfallen lassen.

Lufthansa.Sprecher Klaus Walther (Bild: dpa)

Lufthansa.Sprecher Klaus Walther (Bild: dpa)

Lufthansa: Weiterer Streiktag "völlig überzogen"

UFO-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang sagte im rbb, dass die Arbeitsniederlegungen "überaus erfolgreich" gewesen seien. Dies sehe man an der hohen Anzahl der gestrichenen Flüge. Die Auswirkungen des Streiks seien erheblich gewesen.

Zugleich zeigte sich Vogelsang skeptisch, dass es eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch geben werde. Zuerst müsse die Lufthansa ein verhandlungfähiges Angebot vorlegen. Die Gewerkschaft verlangt unter anderem fünf Prozent höhere Entgelte und ein Ende der Leiharbeit beim Kabinenpersonal.

Lufthansa-Sprecher Klaus Walther hat die erneute Streikankündigung als "völlig überzogen" kritisiert. Sollte am Freitag für 24 Stunden gestreikt werden, wäre dies "ein schlechter Tag für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte Walther am Dienstagabend im rbb. Er forderte die Gewerkschaft UFO auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Sowohl beim Thema Gehalt als auch bei den Arbeitsbedingungen habe man ein Angebot vorgelegt. Nun müsse verhandelt werden, um größeren Schaden vom Wirtschaftsstandort Deutschland, vom Unternehmen und vor allem von den Lufthansa-Kunden abzuwenden.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) geht davon aus, dass der neue Starttermin für den BER Bestand haben wird. Wie der CSU-Politiker am Dienstagabend dem rbb sagte, ist es immer seine Vorgabe gewesen, dass es vor einer endgültigen Terminfestlegung "substanzielle Sicherheiten" für die Einhaltung des Zeitplans geben müsse. Der nun anvisierte Termin biete diese Gewissheit, so Ramsauer.

Gepäckstücke nicht-beförderter Passagiere auf dem Flughafen in Berlin-Tegel (Bild: dpa)

Gepäckstücke nicht-beförderter Passagiere auf dem Flughafen in Berlin-Tegel (Bild: dpa)

Über 300 Flüge ausgefallen

Wie schon bei der ersten Streikaktion am vergangenen Freitag waren auch am Dienstag mehrere Zehntausend Passagiere vom Ausstand betroffen. An den Standorten Frankfurt, Berlin und München konnten mindestens 43.000 Fluggäste der Lufthansa nicht befördert werden. Diese Zahl nannte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstagnachmittag in einer ersten Bilanz. Wie Lufthansa weiter mitteilte, fielen über 300 Flüge aus. Allein in Berlin wurden bis zum Mittag rund die Hälfte aller Kurz- und Mittelstreckenflüge gestrichen. Am Freitag, dem ersten Streiktag, waren es 26.000 Passagiere gewesen. Von einem flächendeckenden Streik über 24 Stunden am kommenden Freitag wären noch weitaus mehr Fluggäste betroffen.

Während die Aktion am Dienstag in Berlin um 13 Uhr endete, kam es zur selben Zeit auf dem Münchner Flughafen zu Arbeitsniederlegungen. Insgesamt wurden mehr als 20 Flüge von und nach Berlin-Tegel gestrichen. So fielen bis zum Mittag alle Flüge von und nach Frankfurt am Main aus, wie ein Lufthansa-Sprecher im rbb sagte. Auch Flüge von und nach Stockholm, Bologna und Düsseldorf sind wegen des Ausstands ausgefallen. In Tegel starten und landen täglich je etwa 70 Lufthansa-Flüge.

Bei innerdeutschen Flügen können die Fluggäste kostenlos auf die Deutsche Bahn umsteigen. Auf jeden Fall sollten sie sich aber vor Flugantritt über die Situation informieren, betonte ein Sprecher der Lufthansa. Auf der Homepage der Fluggesellschaft Lufthansa ist eine Liste der gestrichenen Flüge zu finden.

Streikende Flugbegleiter stehen am Dienstag (04.09.2012) am Flughafen in Frankfurt am Main mit einem Plakat vor dem Eingang zur Lufthansa-Basis.

Die Streiks auf drei Flughäfen führen zu hunderten Flugausfällen.

Letzter Frankfurt-Streik führte bereits zu vielen Ausfällen

Am Freitag hatte die Gewerkschaft mit einem achtstündigen Streik auf dem Frankfurter Rhein-Main-Flughafen den Arbeitskampf eröffnet. Dabei fielen etwa die Hälfte der 360 Lufthansa-Flüge aus. Der Ausstand hatte für erhebliches Chaos im deutschen Luftraum gesorgt.

In Berlin-Tegel mussten als Folge insgesamt zwölf Flüge von und nach Frankfurt gestrichen werden. Hunderte Fluggäste waren davon betroffen. In Berlin buchten laut Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber zahlreiche Reisende auf Flüge der Konzerntöchter Eurowings und Germanwings um. Ein Teil habe sich auch vorab für Alternativen entschieden.

Nicht direkt betroffen war der Flughafen Schönefeld, da die Lufthansa dort nicht startet und landet.

Airbus der Lufthansa (dpa-Bild)

In Berlin sind 200 Stewardessen und Stewards stationiert.

UFO lehnt Sparkurs ab - Lufthansa hält Einschnitte für nötig

UFO hatte am vergangenen Dienstag die Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt und einen unbefristeten Arbeitskampf des Kabinenpersonals angekündigt. Berlin war von UFO von Beginn an als ein möglicher Ort für den Arbeitskampf genannt worden.

Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld und lehnt den Sparkurs der größten deutschen Airline ab. UFO wehrt sich gegen den Einsatz von Leiharbeitern auf bestimmten Flügen sowie gegen die geplante Lufthansa-Billigtochter im Europaverkehr. Bei der Tochtergesellschaft soll das Kabinenpersonal wesentlich weniger verdienen. Die Einschnitte sind nach Ansicht des Lufthansa-Managements nötig wegen der Konkurrenz mit Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet.

Stand vom 4.9.2012

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