Kriminalität
Gedenkfeier für Totschlagsopfer Jonny K.
Trauernde aller Generationen haben am Sonntag vor dem Haus der Begegnung im Berliner Bezirk Charlottenburg Abschied von dem 20-jährigen Gewaltopfer genommen.
An einer privaten Trauerfeier im kleinen Kreis hatten zuvor auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) teilgenommen. Die Zeremonie leitete ein Mönch nach buddhistischer Tradition.
Vor dem Gebäude waren Kränze und ein Foto des 20-Jährigen aufgestellt. Freunde des Opfers hatten letzte Botschaften für ihn aufgenommen, die über eine Videoleinwand in der Trauerhalle liefen. Kleine Gedenkkärtchen mit einem Foto von Jonny K. zum Mitnehmen lagen aus. Er soll zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis beigesetzt werden.
Jonny K. war am 14. Oktober von mehreren Unbekannten so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später starb. Wowereit bezeichnete die Tat als sinnlos. Es gebe keine Erklärung für den Gewaltakt. Zur Suche nach den Tätern wollte er sich nicht äußern.
Täter soll mit seiner Tat geprahlt haben
Am Mittwoch hatten sich zwei Tatverdächtige gestellt. Einen Tag später kamen sie jedoch entgegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß. Der Richter hatte die Haftverschonung für einen 21-Jährigen mit dem Hinweis auf dessen Geständnis und seine sozial-familiäre Bindungen begründet.
Es ist zunächst nur der 19-jährige Verdächtige weiter in U-Haft, der am Dienstag gefasst worden war. Drei oder vier weitere Männer werden noch gesucht.
Der Hauptverdächtige, der möglicherweise in der Türkei untergetaucht ist, ist nach Informationen mehrerer Zeitungen
ein ehemaliger Box-Profi. Wenige Wochen vor der Tat soll er wegen mehrfacher Vorstrafen ein Anti-Gewalt-Seminar absolviert haben. Dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge soll er mit der tödlichen Gewalttat geprahlt haben.