Unwetter
Herbststürme entwurzeln zahlreiche Bäume
Nach der Unwetterfront mit Regen und heftigen Sturmböen am Samstag melden die Einsatzkräfte am Sonntag teilweise heftige Schäden in Berlin und Brandenburg.
In der Hauptstadt wurden am Samstagnachmittag örtlich Windgeschwindigkeiten von mehr als 90 Stundenkilometern registriert, in Potsdam sogar mehr als 100 Stundenkilometer, wie Meteorologe Andreas Blei vom privaten Wetterdienst Meteogroup Deutschland sagte. Innerhalb kurzer Zeit habe es einen Temperatursturz von 18 auf 12 Grad gegeben.
Die Berliner Feuerwehr rückte allein zwischen 15.30 und 17 Uhr rund 40 Mal wetterbedingt aus, deutlich häufiger als normalerweise, wie ein Sprecher sagte. In allen Bezirken habe der Sturm Bäume umgestürzt. In Kladow stürzte ein Baum auf das Dach eines Einfamilienhauses. Verletzt wurde nach Feuerwehrangaben aber niemand. Auch zahlreiche Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet.

Windgeschwindigkeiten bis zu 100 km/h
Überschwemmungen in Barnim und Oberhavel
Auch in Brandenburg war die Feuerwehr im Dauereinsatz. In der Lausitz waren die Helfer bis in die Nacht beschäftigt, abgebrochene Äste oder Kronen zu beseitigen sagte ein Sprecher am Sonntag in Cottbus. Viele Sturmschäden wurden auch in Potsdam und Brandenburg/Havel sowie im Raum Frankfurt (Oder) gemeldet. Die Feuerwehr registrierte jeweils etwa 20 Einsätze. In den Landkreisen Barnim und Oberhavel waren Feuerwehrleute wegen Überschwemmungen im Einsatz. Eine Straße war überspült, Keller mussten ausgepumpt werden.
"Das war eine Sturmfront, die durchgezogen ist. Nach etwa 20 bis 30 Minuten war es vorbei", sagte ein Feuerwehrsprecher in Potsdam. Mehrere Autos seien in der Landeshauptstadt beschädigt worden.
Bereits am Freitagabend waren in Prenzlau (Uckermark) drei Wagen demoliert worden, nachdem ein Baugerüst vom Sturm umgefegt worden war.
Der Herbststurm hatte am Samstagnachmittag in Berlin zudem vorübergehend auch Teile des Bahnverkehrs lahmgelegt. Nach Angaben eines Konzernsprechers war der Verkehr auf der Stadtbahn zwischen Bahnhof Zoo und Friedrichstraße vollständig zum Erliegen gekommen. Zuvor war im Stadtteil Tiergarten ein Baum quer über alle vier Schienen gestürzt. Betroffen waren sowohl der Fernverkehr als auch die S-Bahn-Linien S5, S7 und S75.