Kriminalität
Tödliche Prügelattacke: Friedrich will mehr Videoüberwachung
Nach der tödlichen Prügelattacke in der Berliner Rathausstraße will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen ausweiten.
"Ich halte es für richtig, dass an Plätzen oder Straßen, an denen es auffällig viel Kriminalität gibt, mehr Kameras installiert werden", sagte er der "Welt am Sonntag".
Videokameras seien ein sehr effizientes Mittel, das oft abschreckend und präventiv wirke, so Friedrich. Der CSU-Politiker machte sich außerdem für eine größere Polizeipräsenz stark.
"Mehr Polizeistreifen und mehr Präsenz im öffentlichen Raum tragen ganz wesentlich zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei." Er sehe die wachsende Brutalität der Täter mit Sorge, sagte der Minister.
"Stadtviertel, in denen sich die Bürger nicht mehr sicher bewegen können, darf es nicht geben." Alles andere sei eine Kapitulation des Staates.
Polizei hat erste Spur
Der Linken-Politiker Jan Korte warf Friedrich Populismus vor. Mehr Videoüberwachung verhindere keine Gewalt. Nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Hartmann, lassen sich Täter wie jene vom Alexanderplatz nicht von Kameras abschrecken.
Unterdessen hat die Berliner Polizei möglicherweise eine erste Spur zu den Schlägern von der Rathausstraße in Berlin-Mitte, die in der Nacht zum Sonntag einen 20-jährigen Mann zu Tode geprügelt hatten.
Ein Zeuge hat die Polizei auf fünf junge Männer hingewiesen, die sich vor dem Gewaltangriff auf Jonny K. im Lokal "Cancun" aufhielten und als Täter in Frage kommen. Da in dem Lokal die After-Show-Party eines türkischen Musikers gefeiert wurde, vermuten die Ermittler, dass die Gesuchten aus der Türkei stammen oder türkische Eltern haben.