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Fr, 24.05.2013 | 12:00 Uhr

Nachrichten

Virchow Klinikum der Charité (dpa-Archivbild)

Krankenhäuser

Bezirksamt: Herzzentrum hat Darmkeim-Infektionen verschwiegen

Der kürzlich im Deutschen Herzzentrum vermutlich an Darmkeimen verstorbene Säugling hat den Krankheitserreger vermutlich nicht aus der Charité mitgebracht.

Das Kind sei bei seiner Verlegung ins Herzzentrum keimfrei gewesen, sagte die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes, Anke Elvers-Schreiber, am Freitag. Zuvor sei das Kind in der Charité zwar auch mit den Keimen infiziert gewesen, aber erfolgreich behandelt worden. An beiden Kliniken waren Infektionen mit Darmkeimen ausgebrochen.

Der Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, wies Vorwürfe zurück, das Uniklinikum habe die Gesundheitsbehörden zu spät informiert: "Da wurde nichts vertuscht." Die Infektionsfälle seien nicht verspätet gemeldet worden.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass es mehrere Fälle am Herzzentrum gab. Woher die Keime stammen, ist laut Gesundheitsamt noch unklar.

Dr. Christian Hanke, SPD - Quelle: christian-hanke.eu

Christian Hanke (SPD)

Bezirk verhängt Bußgelder gegen beide Kliniken

In diesem Zusammenhang übte das Bezirksamt deutliche Kritik am Herzzentrum. Dieses habe die Darmkeim-Infektionen verschwiegen und zu spät gemeldet. Demnach wurden die Keime bereits Mitte September nachgewiesen, jedoch erst in dieser Woche dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Damit habe das Zentrum gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen, so Elvers-Schreiber weiter. Auch die Charité habe zu spät reagiert.

Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) kündigte als Konsequenz Bußgelder in dreistelliger Höhe gegen beide Einrichtungen an.

Derweil prüft die Staatsanwaltschaft nach dem Tod des Babys weiter die Notwendigkeit einer Exhumierung und anschließenden Obduktion. Dem Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, zufolge sei die Frage noch nicht geklärt.

Erfolgreiche Operation eines Babys

Der Gesundheitszustand der sechs mit Darmkeimen infizierten Kinder im Virchow-Klinikum der Charité ist nach Angaben des Hauses stabil. Sieben Kinder, die eine Besiedlung aufwiesen, würden weiterhin intensiv beobachtet. Es seien keine neuen Fälle aufgetreten, so die Charité.

Bei einem mit Serratien besiedelten Frühgeborenen mit einem schweren angeborenen Herzfehler wurde am Freitag in der Charité eine dringlich erforderliche Operation am Herzen erfolgreich durchgeführt. Damit wurde der Klinik zufolge die Heilungsprognose des Kindes verbessert. Ihm soll es den Umständen entsprechend gut gehen, so die Spezialisten-Teams der Charité und des Deutschen Herzzentrums Berlin.

Stand vom 26.10.2012

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