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Do, 23.05.2013 | 13:21 Uhr | Jetzt läuft: Queen - Crazy Little Thing Called Love

Nachrichten

Entgleiste S25 S-Bahn in Berlin (Quelle: rbb)

Notfälle

Nach S-Bahn-Unfall: Strecke noch bis Samstag gesperrt

Nach dem S-Bahn-Unfall in Berlin-Tegel bleibt die betroffene Strecke der Linie S 25 voraussichtlich noch bis Samstag gesperrt.

Erst dann könnten die Züge zwischen den Bahnhöfen Tegel und Hennigsdorf wieder fahren, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner am Mittwoch an der Unfallstelle. Die Strecke bis Tegel könne bereits am Donnerstag wieder geöffnet werden. Die Unglücksursache sei noch immer unklar.

Entgleiste S25 in Tegel (Quelle: dpa)

"Nach allen bisherigen Erkenntnissen hanebüchener Unsinn"

Bahn weist Spekulationen um Unfallursache zurück

Das Unternehmen wies am Mittwoch Spekulationen zurück, wonach eine gebrochene Achse oder eine stillgelegte Weiche zu dem Unfall am Dienstag geführt haben könnte. Spekulationen hinsichtlich der Unfallursache seien weder sachdienlich noch hilfreich, sagte S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner.

Nach Ansicht des S-Bahn-Tischs deuten Indizien auf einen Achs- oder Radbruch als Unfallursache hin. Die Initiative beruft sich nach eigenen Angaben auf vertrauliche Kreise aus dem Unternehmen. Der "S-Bahn-Tisch" stützt die Vermutung unter anderem auf die Aussage eines Anwohners, wonach der S-Bahnzug beim Vorbeifahren an seinem Grundstück massiv "gerappelt" habe.

Nach allen bisherigen Erkenntnissen sei diese Unterstellung "hanebüchener Unsinn", sagte Buchner. Sämtliche Radsätze der Berliner S-Bahnflotte seien inzwischen ausgetauscht und unterlägen einer umfassenden regelmäßigen Überprüfung. Ebenso sei die Behauptung falsch, dass eine sogenannte tote Weiche zum Unfall geführt habe, so Buchner.

Zuvor hatte der Leiter des Fachgebietes "Schienenverkehr" an der Technischen Universität Berlin, Markus Hecht, die Vermutung geäußert, eine stillgelegte Weiche könnte Ursache für den Unfall sein. Solche Weichen seien üblicherweise verschlossen. "Die muss schon in einem ganz, ganz schlechtem Zustand gewesen sein, dass der
Verschluss nicht gewirkt hat", sagte Hecht dem rbb.

Spezialkran bei Bergungsarbeiten eingesetzt

Unterdessen dauerten am Mittwoch die Bergungsarbeiten an. An der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofs Tegel wurden die entgleisten Wagen mit einem Spezialkran wieder auf die Schienen gesetzt. Wie stark die Gleise beschädigt wurden, muss noch geprüft werden.

Zwischen den S-Bahnhöfen Schönholz und Hennigsdorf fahren derzeit ersatzweise Busse. Die Bundespolizei leitete inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt ein. Beim Überfahren der Weiche waren am Dienstagvormittag zwei Waggons der Linie S 25 auf ein stillgelegtes Gleis gelenkt worden und entgleist. Fünf Passagiere kamen mit leichteren Blessuren wie Prellungen ins Krankenhaus. Der Zugführer erlitt einen Schock und musste ebenfalls versorgt werden.

Etwa 50 weitere Fahrgäste wurden unverletzt in Sicherheit gebracht. Experten sprachen von einem relativ glimpflichen Ausgang des Unfalls.

Entgleiste S-Bahn in Berlin Tegel (Quelle: dpa)

Die Bergung der Verletzten habe gut geklappt, so der Verband.

Kritik vom Fahrgastverband: Zu wenig Informationen

Der Berliner Fahrgastverband IGEB hat unterdessen kritisiert, dass die Passagiere nach dem Unfall unzureichend informiert worden seien. Ansonsten habe das Krisenmanagement der S-Bahn aber funktioniert, sagte der stellvertretende Verbandsvorsitzende Wieseke am Mittwoch dem rbb. Die Bergung der Verletzten habe gut geklappt.

Auch der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), Hans-Werner Franz, bemängelte die Informationen der S-Bahn nach dem Unglück. Die Öffentlichkeit habe ein Recht zu erfahren, was passiert sei und wie der Ersatzverkehr eingerichtet sei.

Zugleich rief er die Führung von Deutsche Bahn und S-Bahn dazu auf, die S-Bahn-Krise verstärkt abzuarbeiten. Die Krise sei noch nicht überwunden, sagte er dem rbb. Der aktuelle Vorfall könne damit aber nicht direkt in Verbindung gebracht werden.

Stand vom 22.8.2012

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