Feiertag
Berlin und Brandenburg feiern die Deutsche Einheit
Mit einem Volksfest am Brandenburger Tor feierte Berlin am Mittwoch den Tag der Deutschen Einheit. Auf der Festmeile tummelten sich wie im vergangenen Jahr zehntausende Besucher. Brandenburgs zentraler Festakt fand in Prenzlau statt. Dort würdigte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) die Rolle Polens bei der Wiedervereinigung.
In Berlin haben mehrere zehntausend Menschen am Mittwoch das Volksfest zum Tag der Deutschen Einheit am Brandenburger Tor besucht. Bis Samstag sollen auf zwei Bühnen Künstler wie Playground, Stella Nova und Hot Pot auftreten. Mit einer großen Party soll das Fest dann am Samstagabend zu Ende gehen. Autofahrer müssen mit Einschränkungen rechnen.
Die zentrale Festveranstaltung des Landes Brandenburg fand in Prenzlau statt. Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) hob bei seiner Rede die Rolle Polens bei der Wiedervereinigung hervor. Die deutsche Einheit sei ohne die Unterstützung der östlichen Nachbarn nicht möglich gewesen. Fritsch würdigte die Rolle der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc, die den Anstoß für die Bürgerbewegungen im ehemaligen Ostblock gegeben habe. Zudem sei von Polen 1990 kein Widerstand gegen die Vereinigung ausgegangen, obwohl dem polnischen Volk in deutschem Namen so viel angetan worden sei.

Wowereit in der "Black Box Kalter Krieg"
Wowereit: Rentenangleichung zwischen Ost und West stagniert
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte am Dienstag in der Frankfurter Paulskirche Fortschritte auf dem Weg zu mehr sozialer Gerechtigkeit angemahnt. 22 Jahre nach der deutschen Einheit beklagte Wowereit: "Ja, wir haben ein Gerechtigkeitsproblem. Nicht nur bei uns, sondern in ganz Europa." So sei Deutschland etwa bei der Rentenangleichung zwischen Ost und West noch nicht entscheidend vorangekommen. "Dies verstehen die Menschen nicht. Hier muss sich was ändern."
Auch Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) kritisierte die abgesagte Ost-West-Rentenangleichung. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hatte angekündigt, dass die Rentenangleichung trotz der entsprechenden Festlegung im Koalitionsvertrag bis zur Bundestagswahl 2013 nicht mehr auf den Weg gebracht wird.

Zukunft des Quadriga-Preises unklar
Erneut kein Quadriga-Preis in diesem Jahr
Die alljährlich am 3. Oktober stattfindende Quadriga-Preisverleihung fällt in diesem Jahr erneut aus. Wie erst am Dienstag bekannt wurde, hat das Preiskomitee des Vereins Werkstatt Deutschland offenbar bereits seit Monaten nicht mehr getagt. Im vergangenen Jahr war es zu einem Eklat gekommen, nachdem das Gremium Russlands damaligen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten Wladimir Putin für die Ehrung vorgeschlagen hatte. Nach massiven Protesten sagte der Verein 2011 schließlich die Verleihung ab.
Über die Zukunft des Quadriga-Preises liegen noch keine Informationen vor. Die Website des Vereins ist nicht erreichbar.
Der Verein Werkstatt Deutschland hatte die undotierte Auszeichnung seit 2003 für gesellschaftspolitische Leistungen sowie kulturelle und künstlerische Ideen vergeben. Königin Silvia von Schweden, Altkanzler Helmut Kohl und Israels Staatspräsident Schimon Peres zählen zu den Preisträgern.

Für Bundestagspräsident Lammert ist die Einheit eine Erfolgsgeschichte.
Zentrale Feier der Bundesregierung in München
Die zentrale Feier der Bundesregierung zum 3. Oktober fand in diesem Jahr in München statt. Bundestagspräsident Norbert Lammert rief in seiner Festansprache zur Weiterentwicklung der Europäischen Union auf. Lammert sagte, wenn der Integrationsprozess Europas nicht weiter vorankomme, dann hätte Europa seine Zukunft hinter sich. Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten bezeichnete der Bundestagspräsident als Erfolgsgeschichte.
Der bayerische Ministerpräsident und Bundesratspräsident Seehofer sagte, nach dem Fall der Mauer habe es viel Solidarität im Land gegeben. Zugleich hätten die Menschen in den neuen Bundesländern in bewundernswerter Weise die Chancen ergriffen, aber auch harte Brüche, Anpassungsprozesse und Reformen gemeistert.