Rechtsextremismus
Proteste gegen NPD-Veranstaltungen in Potsdam und Berlin
Gegen Kundgebungen der rechtsextremen NPD haben am Freitag in Potsdam und Berlin insgesamt mehr als 200 Menschen protestiert. Unter den Gegendemonstranten in der brandenburgischen Landeshauptstadt war auch Oberbürgermeister Jann Jakobs. Für Neonazis sei kein Platz in Potsdam, sagte der SPD-Politiker.
Die Protestierenden machten sich mit Trillerpfeifen und Musik aus Lautsprechern bemerkbar. Vermutlich deshalb habe die NPD ihren Potsdamer Auftritt vorzeitig abgebrochen, sagten Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbunds.
Auch in Berlin-Tegel wurden die NPD-Anhänger von einer Gegenkundgebung erwartet. Dabei sagte die Grünen-Abgeordnete Clara Herrmann, die Zivilgesellschaft dürfe sich nicht von den Provokationen der Rechten einschüchtern lassen.
Beide Demonstrationen wurden von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Zwischenfälle gab es nicht.
Weiterer NPD-Marsch am 15. September in Potsdam
In anderen Städten wie Leipzig, Frankfurt/Main oder Schwerin hatten Hunderte gegen die Rechtsextremisten demonstriert.
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) unterstützt den Widerstand gegen NPD-Aufmärsche in Potsdam.
Wie die Staatskanzlei mitteilte, unterschrieb Platzeck am Donnerstag einen Aufruf des Bündnisses "Potsdam bekennt Farbe". Er appellierte an die Bürger, "sich dem braunen Ungeist ideenreich entgegenzustellen".
Platzeck war früher Oberbürgermeister von Potsdam. Neben Freitag soll ein weiterer NPD-Marsch am 15. September in Potsdam stattfinden.