Kriminalität
Erneut Razzien im Rocker-Milieu
In Brandenburg, Berlin sowie in Sachsen und Nordrhein-Westfalen ist die Polizei am Dienstagmorgen erneut gegen Rockerkriminalität vorgegangen.
In 30 Orten Brandenburgs seien dutzende Wohnungen und Treffpunkte von Mitgliedern der verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels durchsucht worden. Das sagte ein Polizeisprecher in Potsdam dem rbb. In Berlin gab es drei Durchsuchungen.
Wie die zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mitteilte, wurden sechs Verdächtige festgenommen. Im Einsatz waren mehr als 800 Polizeibeamte. Sie stellten bei den Durchsuchungen Computer und Datenträger sowie Messer und Macheten sicher.
Die Aktion stand im Zusammenhang mit gewaltsamen Auseinandersetzungen im Dezember vergangenen Jahres in Königs Wusterhausen. Dort war es am 25. und 31. Dezember in einer Diskothek zu Messerstechereien zwischen Angehörigen der Rockerklubs Bandidos und Hells Angels gekommen. Dabei war auch ein 15 Jahre alter Schüler schwer verletzt worden.

Razzia gegen Rocker in Hennigsdorf
Task Force gegen Rockerkriminalität
In den vergangenen Wochen rückte die Polizei immer wieder zu Großeinsätzen gegen Rockergruppen aus - in der Hauptstadt, aber auch in Brandenburg und anderen Bundesländern. Mehrere Ortsgruppen wurden verboten und Rocker festgenommen.
In Berlin wurde eine Task Force gegen Rockerkriminalität gegründet. Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) kündigte an, dass weiter mit aller Härte gegen kriminelle Rockerbanden vorgegangen werde. Man wolle die Rocker in einen Zustand der "ständigen Ruhelosigkeit versetzen. "
Auch Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) kündigte vor wenigen Wochen an, dass die Polizei bei ihrem Einsatz keinen Deut nachlassen werde. Die jüngst bekanntgegebenen Selbstauflösungen änderten nichts an den brutal verfolgten Machtansprüchen der kriminellen Rocker.