Religion
Proteste gegen Kundgebungen von Rechtspopulisten in Berlin
Begleitet von zahlreichen Gegendemonstranten haben rund 50 Anhänger der rechtspopulistischen Partei "Pro Deutschland" am Samstag vor mehreren Berliner Moscheen demonstriert. Dabei zeigten sie auch die islamkritischen Mohammed-Karikaturen.
Zu befürchteten Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten kam es aber nicht. Nach Angaben eines Polizeisprechers blieb es bis auf ein einzelne Farbeier- und Flaschenwürfe weitgehend friedlich. Ein Mann wurde festgenommen, weil er den Angaben zufolge einen Beamten angerempelt hatte.
Den Auftakt der rechtspopulistischen Moschee-Rundtour durch Berlin bildete die Sahaba-Moschee im Stadtteil Wedding. Die zweite Station war die Al-Nur-Moschee in Neukölln. Beiden Moscheen gelten bei den Sicherheitsbehörden als Sammelbecken radikaler Islamisten und Salafisten.

Gegendemonstranten äußerten ihre Meinung auch auf Transparenten.
Rassismusvorwurf bei Gegendemonstration
Bei der dritten Station, der Dar-Assalam-Moschee in Neukölln, trafen die Rechtpopulisten schließlich auf massiven Widerstand. Laut Polizei hatten sich dort bis zu 1000 Menschen zu einer Kundgebung gegen die islamfeindliche Partei versammelt, darunter viele Muslime und Vertreter des linken und bürgerlichen Lagers.
Stadtweit waren rund 1800 Polizisten im Einsatz. Sie hielten die Demonstranten jeweils weit auseinander.
Muslimische Vereine und Verbände hatten ihre Anhänger im Vorfeld zur Besonnenheit aufgerufen. Der Islamrat appellierte, die Aktionen von Pro Deutschland einfach zu ignorieren, um die Situation nicht zu eskalieren. Der Versuch dreier Moscheevereinen, das öffentliche Zeigen der umstrittenen Karikaturen verbieten zu lassen, war am Freitag vom Oberverwaltunsgericht Berlin-Brandenburg abgelehnt worden.