Ersatzmann gesucht
Im April 1975 haben die Doobie Brothers ein Problem. Leadsänger Tom Johnston ist mitten auf der Tournee krank geworden. Nun stehen die Brüder, die keine sind, ohne Sänger da.
Jeff Baxter erinnert sich an seinen Freund Michael McDonald, mit dem er bei Steely Dan musizierte. Seine Bandkumpels sind erst nicht begeistert, denn Michael hat eine soulige Rhythm & Blues-Stimme und die Doobie Brothers sind zu der Zeit eine Rock’n’ Roll-Kapelle, die mit Soul nicht viel zu tun hat.
Kein Sänger und keine Songs
Aber die fröhliche Kiffer-Combo hat noch ein zweites Problem. Die meistens Songs schrieb der erkrankte Tom Johnston, nun haben sie keine Stimme und keine neuen Songs. Also versuchen sie es mit Michael, der sie auf der laufenden Tournee begleitet.
Liebesleid im Liebeslied
Wieder zuhause, feilt Michael an einem neuen Song. Es ist die Geschichte von einem getrennten Paar, das sich eines Tages in einem Restaurant wieder trifft. Während die Verflossene für den Mann die Liebe seines Lebens ist und er ihr immer noch nachtrauert, hat sie längst einen neuen Freund.
Für ihn war es Liebe, für sie nur Spielerei. In ihrer Unterhaltung macht er sich zum Narren. Irgendwie kommt Michael nicht weiter mit dem Lied, ihm fehlt der Hook, und der Text ist auch noch nicht ausgereift.
Spontane Eingebung
Doobie-Brothers Bassist Tiran Porter ist eng mit Kenny Loggins befreundet, er arrangiert ein Treffen, damit Michael mit dem Lied endlich weiter kommt. Insgeheim hofft er auf einen Hit für die Doobie Brothers.
Während Michael im Wohnzimmer auf Kenny Loggins wartet, spielt er seiner Schwester Maureen den unfertigen Song vor. Kenny Loggins steigt gerade aus dem Auto, als er das unvollendete „What A Fool Believes“ durch das offene Fenster hört.
Noch bevor sich die beiden kennen lernen, hat er auf dem Weg ins Haus den Refrain im Kopf. Kenny Loggins klingelt, stellt sich kurz vor, stürmt sofort ans Klavier, um den Song zu vollenden. Noch bevor sich die Geschwister hinsetzen können, ist „What A Fool Believes“ fertig. Michael ist beeindruckt.
Am nächsten Tag telefonieren die beiden, nach wenigen Stunden sitzt auch der Text. Während Michael den Song zu den Doobie Brothers schleppt, steht Kenny Loggins schon im Tonstudio.
Sänger-Wettsreit
Obwohl die Doobies meutern, dass der Song zu soft daherkommt, haben sie doch keine andere Wahl, als das Lied aufzunehmen. Sie haben keine Alternative. Anderen gefällt das Lied, Michael Jackson singt sogar im Chor mit, weil er es so mag. Auf der Platte wird das jedoch nicht vermerkt, denn Michael steht gerade mit „Off The Wall“ in den Startlöchern.
Den Wettlauf mit der Zeit gewinnt Kenny Loggins, der „What A Fool Believes“ fünf Monate vor den Doobies veröffentlicht.
Genutzt hat es nichts, für die Doobie Brothers wird das ungeliebte Lied der zweite Nummer 1 Hit in Amerika und gewinnt zwei Grammys.
Nebenbei bemerkt: Wissen sie, was ein Doobie ist?
Das ist ein Zweit-Blatt-Joint, den auch eine unbekannte Band namens Pud Ende der Sechziger raucht, wenn sie im Studio und auf Tour sind.
Nach einer besonders umnebelten Session fällt irgendwann der Satz: „Wir sind alle Doobie Brothers“! Kurzerhand ändert die Band ihren Namen und bald auch ihren Stil.