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Do, 24.05.2012 | 01:22 Uhr

Popgeschichten

Plattencover R.E.M.

R.E.M. - Losing My Religion

Eine Redensart aus den Südstaaten der USA wird für R.E.M. zum Hit:

Warum nicht ich?
Michael Stipe ist stolz, dass er 1983 mit seiner Band R.E.M. als Vorband für Police spielen darf. Aber immer, wenn Sting den Song “Every Breath You Take” singt, ist Michael etwas neidisch. Einen Song über einen „Stalker“ hätte er selbst auch gerne geschrieben.

Schöne Melodie
R.E.M. dürfen ja eigentlich über alles schreiben als alternative Rock Band, die fernab vom Mainstream in Collage Radios gespielt wird. Das ändert sich erst, als sie einen Millionenvertrag mit einer großen Plattenfirma unterschreiben.

Michael und seine Jungs treffen sich im Studio, Gitarrist Peter Buck schleppt eine Mandoline an. Michael guckt ungläubig. Peter hat das Instrument nur für sich alleine spielen gelernt.

Während eines Baseballspiels klimperte er Bier trinkend auf seinem neuen Instrument herum. Heraus kam eine ganz passable Melodie. Stolz spielt er diese seinen Freunden im Studio vor.

Songidee aus unerwiderter Liebe
Blitzschnell schnappt sich Michael einen Zette. Nun hat er endlich die Gelegenheit, einen Song über Besessenheit und unerwiderte Liebe zu schreiben.

„Losing My Religion“ ist eine Redewendung der amerikanischen Südstaatler, wenn sie aus der Haut fahren möchten, die Fassung verlieren oder schlicht die Nase voll von etwas haben. So wie Michael in dem Song, wenn der oder die Angebetete so tut als sei nix, obwohl er sich vor Liebe verzehrt.

Vielleicht kommt der deutsche Satz „Ich glaube, ich falle vom Glauben ab!“ der amerikanischen Redewendung noch am nächsten. Als biografische Kleinigkeit baut er sein anfängliches Lampenfieber in den Text ein:
R.E.M - Losing My Religion: That’s me in the spotlight

Skepsis im Management - Erfolg beim Publikum
In einer Stunde hat Michael den Text fertig, die Aufnahme dauert lediglich fünf Minuten, der Song sitzt auf Anhieb.

Als sie ihr fertiges Album bei der Plattenfirma abliefern, jongliert Produktmanager Steven Baker gerade mit einem Millionenbudget, das er in die Radiowerbung für seine neuen Zugpferde stecken will.

Steven schlägt die Hände über dem Kopf zusammen: Er plant eine Kampagne für die Mainstream-Top-40 Sender. „Losing My Religion“ könne doch nur wieder in den Uni-Radios laufen.

Wie falsch er liegt, zeigt sich bei der Grammy-Verleihung 1992: „Losing My Religion“ ist sieben Mal nominiert und bekommt zwei der begehrten Trophäen!

Stand vom 16.9.2011

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