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Popgeschichten

Blue Öyster Cult - Don't Fear The Reaper

Wie Blue Öyster Cult die „Ö“-Punkte für den Hard Rock entdecken.

Der Manager der Band Soft White Unterbelly befürchtet, zunehmend im Rockzirkus zu verrohen, seit er die Hardrocker um Songschreiber Donald „Buck Dharma“ Roeser betreut. Deshalb schreibt Sandy Pearlman in seiner Freizeit Gedichte und Kurzgeschichten.

Blaue Austern
Diese Geschichten sind aber auch nicht gerade etwas für zartbesaitete Kreaturen. In einer Story erfinden bösartige Aliens in Form von blauen Austern die Geschichte der Erde heimtückisch neu. Ihr Name: „Blue Oyster Cult“.

Als Sandys Band mal wieder einen neuen Namen braucht, benennt er seine Jungs nach seinem Alien-Clan. Toll finden Blue Oyster Cult den neuen Namen nicht - wer will schon blaue Auster heißen!?

Da hat Keyboarder Allen Lanier eine Idee hat. „Warum tauschen wir nicht das O mit einem Ö?“ Die Jungs sind begeistert, ihr Name klingt nun irgendwie teutonisch. Stark wie die Wikinger, kein schlechter Anfang für die junge Band.

Das Ö unterwandert die Rockszene
Eine englische Übersetzung für das Ö gibt es nicht, wenig später hält das „Ö“ als „Röck Döts“ Einzug In die Rockmusik und der Umlaut unterstreicht den wagnerianischen Aspekt im Heavy Metal.

1975 folgen Motörhead dem Beispiel von Blue Öyster Cult, vier Jahre später setzen Hüsker Dü jeweils zwei „Gänsefüsse“ auf ihr „U“. Als Mötley Crüe Anfang der Achtziger literweise „Löwenbräu“-Bier in sich reinschütten, nehmen auch sie zwei „Röck Döts“ in ihrem Namen auf.

Blue Öyster Cult
Die haben nun einen Namen mit Umlaut, aber keinen Hit. Genauso mysteriös wie der Bandname muss der sein, sagt sich Buck Dharma und schreibt den Song „Don’t Fear the Reaper“.

Viele verstehen das Lied als Anleitung zum Selbstmord. Dabei hat Buck - inspiriert von Shakespeares Liebesdrama Romeo und Julia - einen Song über die eine, große, unsterbliche Liebe geschrieben mit der Botschaft, dass der Tod zwar unvermeidlich ist, aber man sich nicht vor ihm fürchten muss. Liebe ist stärker als der Tod!

Der Sensenmann wird populär
In der europäischen Folklore ist der Reaper als Sensenmann das Symbol für den Tod. Für die Band mit dem „Ö“ wird „Don’t Fear The Reaper“ zum zeitlosen Überhit, überlebt Blue Öyster Cult um Jahrzehnte. Ein guter Song überlebt den Tod einer Band.

Jahre später hält das Lied Einzug ins Fernsehen, bei den „Simpsons“ und im OP der jungen Ärzte in „Scrubbs“. Horrorfilm-Papst Stephen King lässt seinen Film „The Stand“ mit dem Text des Songs beginnen, in dem 99,9 % der Menschheit von einer Super-Grippe dahin gerafft werden und sogar Batman bekommt mit dem „Reaper“ zu tun.

Bettina Exner

Stand vom 22.2.2011

zum Nachhören 

Audio 22.02.2011

Blue Öyster Cult - Don´t Fear The Reaper

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