Gut Ding braucht Weile
Corgis sind ziemlich kurzbeinige Gefährten. Schön ist anders. Egal ob Schoßhund bei der Queen oder Lieblingsköter bei Menschen wie du und ich, die lustigen Hunde mit viel Kopf und wenig Bein sind intelligente Hunde, die sehr gerne sehr stur sein können.
Deshalb brauchen sie eine konsequente Erziehung, was der Queen sicher nicht besonders schwer fällt. Konsequent sein gehört allerdings nicht zu den Stärken von James Warren und Andy Davis. Schon lange machen sie zusammen Musik, gründen 1970 die Band Stackridge.
Kommerziell ist die Band ein Desaster. Erst ihr neuer Versuch 1978 hat endlich Erfolg. Sie machen den Lieblingshund der Queen zu ihrem Namenspaten, sie nennen sich „The Korgis“.
Wenn die eigene Wohnung zum Tonstudio wird
Unsere Korgis wohnen nicht im Buckingham Palast, sondern in einer winzigen 2-Zimmer-Wohnung. Hier schreiben James Warren und Andy Davis zusammen Songs. Und da sie kein Geld haben, wird die Wohnung kurzerhand in ein Tonstudio umgemodelt. Im Wohnzimmer steht das Schlagzeug, die Gitarren nehmen sie in der Küche auf. Für den Gesang gehen sie ins Treppenhaus, weil es so schön hallt. Die Nachbarn sind ziemlich genervt, aber als das fertige Lied im Treppenhaus erklingt, sind sie begeistert.
Erfolglose Reunion
Genauso begeistert sind die Menschen dies- und jenseits des Atlantiks. Die bewegende Ballade erobert weltweit die Charts, mitten hinein in das eher düstere Lebensgefühl des Jahres 1980. Später gibt es sogar Coverversionen. Zucchero krächzt seine Fassung, Joana Zimmer säuselt die ihre. Aber wie war das mit den Korgis und der Konsequenz? Schon ein Jahr nach ihrem Erfolg lösen sie sich wieder auf, um sich ein paar Jahre später wieder zu finden! Ein neuer Hit war nicht dabei.
Übrigens
In Brüssel tritt der Nato-Doppelbeschluss in Kraft, in Großbritannien beendet die eiserne Lady Margret Thatcher den Sozialstaat der Labour-Ära. In Deutschland ist die Friedensbewegung im Kommen. Da kommt ein Lied gerade recht, dass jedem rät, dazu zu lernen. Mitmusiker der Korgis sind Alan Wilder, der später mit Depeche Mode Karriere macht und der Violinist Stuart Gordon, der 20 Jahre später Begleiter von Heinz Rudolf Kunze ist.
Autorin: Bettina Exner