Nichts wie weg
Seit Joe Jacksons Ehe zerbrochen ist, hat der schlaksige Musiker die Nase voll von England. Zwar mag er den Regen, aber die konservative Regierung nicht. Mit eiserner Hand regiert Margaret Thatcher das Land, in dem die kleinen Leute nicht viel zu melden haben.
Joe Jackson packt seinen Krempel zusammen und zieht nach New York. Hier ist das Klima noch liberaler, die Stadt ist wie ein „Schmelztiegel der Kulturen“. In New York genießt Joe Jackson seine neu gewonnene Freiheit.
Tag und Nacht
Nächtelang zieht der Raucher um die Häuser, die Stadt inspiriert ihn zu einem Konzept-Album. Mit „Night And Day“ macht er New York seine Aufwartung, eine LP-Seite widmet er der dem Tag, die andere dem Nachtleben.
Nach einem Cole Porter Song entsteht „Night And Day“. Besonders seine Ode an das Nachtleben lieben die Fans, es wird Joe Jacksons größter Hit.
Nach Berlin des Rauchens wegen…
Zwanzig Jahre später hat sich auch in New York die Stimmung gewandelt, es regiert nicht die nicht Kunst, sondern das Geld. Die Gesundheit spielt nun auch im Big Apple die Hauptrolle, Rauchverbote in allen öffentlichen Gebäuden.
Obwohl Joe Jackson nur abends raucht, wenn er ausgeht und einen Drink nimmt, fühlt er sich seiner Freiheit beraubt. Seine Liebe zu New York erkaltet, wieder packt er seine Koffer.
Diesmal ist Berlin die Stadt seiner Träume. Schon oft hat er hier Konzerte gegeben, er liebt die Freiheit und die Kreativität, die diese zusammenwachsende Stadt ausstrahlt. Und er mag, dass man hier überall rauchen darf.
Jackson wird Kreuzberger
In Berlin findet er alles geballt, was es in anderen Städten nur einzeln gibt. Berlin ist cool. Mal dekadent, manchmal dreckig, oft unendlich hässlich und außergewöhnlich schön.
2006 zieht Joe Jackson in eine Wohnung am Kreuzberger Engelbecken. Er trommelt seine alte Band zusammen und nimmt im Planet Roc Studio im ehemaligen Gebäude des Ostdeutschen Rundfunks in der Nalepastraße ein neues Album auf.
Raucher-Exil
Alles könnte perfekt sein, als die ersten Antiraucher-Kampagnen starten. Noch kann Joe Jackson in seinen Lieblingsclubs abends seine Drinks mit Nikotin genießen, aber mit dieser Freiheit ist es bald vorbei.
Joe Jackson unterstützt die „Genießer-Initiative“ gegen das bevorstehende öffentliche Rauchverbot. Vergebens: Bis auf wenige Ausnahmen ist blauer Dunst out.
Nun müsste Joe eigentlich wieder umziehen: nach Mazedonien, Kroatien oder Bulgarien. Oder nach Luxemburg, dort darf man zumindest zu bestimmten Uhrzeiten qualmen, z.B. abends nach 21 Uhr.