Filmidee von George Lucas
Jung-Regisseur George Lucas hat einen Traum. Seit dem er in seinem Anthropologiestudium die These entwickelte, dass es sich beim Cruisen, also beim nächtelangen Herumgurken mit dem Auto, um ein amerikanisches Paarungsritual handelt, will er einen Film darüber drehen. Er selbst drehte nächtelang seine Runden in seinem Heimatstädtchen Modesto in Kalifornien.
Traumberuf Rennfahrer
Zu der Zeit war sein Berufswunsch Rennfahrer. Nach einem Autounfall lag er zwei Tage im Koma. Damit hatte sich der Rennfahrer Lucas erledigt, der Regisseur war geboren. 1973 bringt der 28-Jährige mit Hilfe seines Freundes Francis Ford Coppola einen Low Budget Film über das Cruisen und Erwachsenwerden in einer amerikanischen Kleinstadt in die Kinos, der wider Erwarten zum Kassenschlager wird.
Erstes Date
Auch Bob Seger kommt begeistert aus dem Kino. Der Film erinnert ihn an seine eigene Jugend. Sein Dad war Techniker bei Ford in Detroit. Immer stand das neueste Modell in der heimischen Garage in der Kleinstadt Dearborn. Für den schüchternen Jungen war es der sehnlichste Wunsch, einmal mit einem hübschen Mädchen in Daddys Auto durch den Ort zu cruisen.
Endlich ist es soweit. An einem lauen Sommerabend rückt Papa endlich den Autoschlüssel heraus und Bob hat tatsächlich ein Date mit seinem Schwarm, obwohl das rassige Mädchen bereits vergeben ist. Aber ihr Freund ist beim Militär, also bekommt Bob seine Chance.
Enttäuschung in der ersten großen Liebe
Auf dem Rücksitz verlieren beide ihre Unschuld, obwohl sich das Mädchen eigentlich für ihren Freund “aufheben” wollte. Danach wachsen Bob Flügel. Er wird selbstbewusster und ist sehr verknallt in seine erste Liebe. Die jedoch plagt das schlechte Gewissen und als ihr Freund heimkehrt, heiratet sie ihn. Für Bob bricht eine Welt zusammen. Lange leidet er an Liebeskummer. Daran denkt er in jener Nacht nach seinem Kinobesuch.
Der Song zu einer glücklichen Nacht
Das alles ist Jahre her, längst hat Bob schon seine erste Scheidung hinter sich und ist glücklich mit seiner Freundin Jan. Noch in dieser Nacht schreibt er einen Text über seine glückliche Nacht im Wagen seines Vaters. Die Melodie will ihm nicht so schnell gelingen. Erst als er Bruce Springsteens „Jungleland“ hört, komponiert er seinen persönlichen „American Graffiti-Song“ zu Ende.
Autorin: Bettina Exner