Cocktail-Musik - made 1964
Terry Melcher, seines Zeichens Sohn von Doris Day, dem großen Filmstar der 50er und 60er Jahre, produziert Musik für Hollywood-Filme.
Eines Tages bekommt er den Auftrag, einen leichtfüßigen Song für den Tom Cruise-Streifen „Cocktail“ zu produzieren. Der Song soll die Leichtigkeit des Seins feiern: fröhlich, unbeschwert, sonnig.
Er findet ein Lied von John Philipps von den Mamas & Papas und Scott McKenzie, komponiert 1964, als beide Musiker in einer Kommune auf der Karibikinsel Saint Thomas leben.
Song mit Stress
John hat Ärger mit seiner schönen, neuen Frau. Michelle nimmt es mit der Treue nicht so genau. Mit Freund Scott McKenzie beschreibt er musikalisch seinen Liebeskummer. Terry Melcher gefällt die Melodie und der exotisch anmutende Titel des unfertigen Liedes.
Wo liegt Kokomo?
Es gibt eine Kleinstadt in Indiana, die aber mit einem irdischen Ferienparadies wenig zu tun hat. Offensichtlich ist die kleine Gemeinde auf der Insel Maui/Hawaii gemeint.
Als Interpreten erinnert sich Terry Melcher an die Beach Boys, die mit ihrem sonnigen Sound in den 60ern für gutgelaunte Urlaubsstimmung gesorgt haben. Die haben ihre besten Tage längst hinter sich, touren aber immer noch tapfer durch die Weltgeschichte.
Namedropping macht Laune
Amüsiert reihen Terry und Beach Boy Mike Love die schönsten Inselnamen aneinander und machen aus dem eher traurigen Song eine lebensfrohe Party des Lebens: "Kokomo, Aruba, Jamaica, ooh I wanna take you. Bermuda, Bahama, come on pretty mama; Key Largo, Montego, baby why don't we go".
Im Studio ist alles bereit für die Aufnahme, sogar Original Steel Drums aus Trinidad sind da. Nur einer fehlt bei der Aufnahme, Ober-Beachboy Brian Wilson.
Der Chef bleibt draußen
Seit vielen Jahren ist der psychisch kranke Brian bei dem Therapeuten Dr. Eugene Landy in Behandlung. Brian geht es zwar besser, aber Dr. Landy ist mittlerweile besessen von seinem Patienten.
Er lebt bei ihm, therapiert rund um die Uhr, überwacht sogar die Finanzen samt aller musikalischen Aktivitäten. Auch für die „Kokomo“-Aufnahme stellt er Bedingungen: Brian würde nur kommen, wenn er selbst als Produzent auf dem Plattencover genannt werden würde.
Das lehnen natürlich alle ab. Und so findet das Comeback der Beach Boys nach 22 hitlosen Jahren ohne ihren Chef Brian Wilson statt.