Ausgebrannt
Der Erfolg der Beach Boys nimmt fast kultische Formen an. Pausenlos sind die Brüder mit ihrem Cousin und einem Schulfreund unterwegs, nur Brian Wilson, der 23-jährige Kopf der Bande, kann sich darüber nicht freuen. Nach einer schlimmen Panikattacke im Flugzeug beschließt Brian, künftig nicht mehr mit auf Tournee zu gehen.
Surfmusik ohne Schwimmbrett
Brian Wilson verschanzt sich in seiner Wohnung und liefert ständig neue Hits für seine Brüder, die er oft auch in deren Abwesenheit aufnimmt. Leider wird er auch immer schrulliger in seinem selbst gewählten Exil. So baut er sich einen Sandkasten unter sein Klavier, damit er den Sand unter den Füßen spürt, während er seine sonnigen Strandsongs komponiert.
Dabei mag Brian weder Sonne noch Meer, er kann nicht mal richtig schwimmen. Trotzdem kann er darüber Lieder schreiben. Der depressive Junge erweckt in seinen Liedern die Illusion eines ewigen Sommers, was wesentlich zur Schaffung des Mythos Kaliforniens beigeträgt. Ausgerechnet er, der noch nie auf einem Surfbrett gestanden hat, macht den Surf-Sport populär.
Traumfrau gesucht
Brian verlässt seine Wohnung kaum noch, wird immer pummeliger. Schlecht für einen 23-Jährigen, der schließlich auch Mädchen kennen lernen will. Überhaupt beschäftigt ihn der Gedanke, wie er denn trotz Flugangst seiner Traumfrau begegen könnte, wenn die zufällig in New York zu Hause ist? Er beginnt ein Lied darüber zu schreiben, dass er sich all die schönen amerikanischen Mädchen in seiner Heimat Kalifornien vereint wünscht.
Drogen gegen Depressionen
Um seine Depressionen zu bekämpfen, probiert Brian LSD aus. Panisch rennt er ins Schlafzimmer, zieht sich die Decke über den Kopf und jammert, er habe Angst vor seinen Eltern. Diese Angst ist nicht ganz unberechtigt, denn sein Vater Murray ist gleichzeitig Manager der Beach Boys. Er verachtet seinen Sohn für seine Unsportlichkeit und Introvertiertheit und lässt ihn das deutlich spüren. Zwischen Bett und Klavier hin- und hergerissen, arbeitet er weiter an seinen „California Girls“. Später hilft Cousin Mike Love noch ein wenig beim Text. Brians Wunschvorstellung wird ein Megahit für die Beach Boys und inspiriert sogar die Beatles zu einem neuen Song.
Große Ehre von Los Angeles
In Indien bei ihrem Guru musizieren sie mit Mike Love von den Beach Boys am Strand und texten zum Spaß die „California Girls“ und Chuck Berry’s „Back In The USA“ einfach um. Plötzlich werden die Moskauer Mädels zum Objekt der Begierde. Brian Wilson sorgt mit seinen Surfer-Songs so nachhaltig für den Tourismusboom in Kalifornien, dass 2005 ein Denkmal an der Stelle des Geburtshauses der Wilson-Brüder errichtet wird und der 12. September 2008 vom Stadtrat in Los Angeles sogar zum „Brian-Wilson-Tag“ ausgerufen wird.
Autorin: Bettina Exner