Der harte Weg ins Musikbuisness
2005 ist Nelly Furtado ganz oben angekommen! Das Kind portugiesischer Einwanderer von den Azoren ist nicht mit dem goldenen Löffel in der Hand geboren. Schon mit 12 Jahren schuftet sie mit ihrer Mutter Maria als Zimmermädchen im Robin Hood Motel in Kanada.
Daneben kommt die kleine Nelly aber auch mit Musik in Berührung, ihr Großvater ist Musiker. Sie lernt Posaune, Gitarre, Klavier und Ukulele spielen, mit der Mutter singt sie im Kirchenchor. Nelly, die schon früh an Depressionen leidet, findet in der Musik ihren Rettungsanker. Tags putzt sie Hotelzimmer, abends macht sie Musik.
Duett mit Coldplay-Sänger Chris Martin
MTV Awards 2005. In Miami rennt Nelly bei den Vorbereitungen zur Show ihren guten Freund Chris Martin von Coldplay fast über den Haufen. Die beiden kommen ins Plaudern, stolz erzählt Nelly von ihrem neuen Album, dass gerade mit Super-Produzent Timbaland um die Ecke aufgenommen wird und fast schon fertig ist.
Es ist wie ein Wink des Schicksals, erst am Vortag hatte Timbaland das neue Coldplay Album „X&Y“ im Studio angehört, nun schwärmt Chris, er sei ein großer Fan von Timbaland. Kurzerhand lädt Nelly ihren Freund für den nächsten Tag ins Hit Factory Studio ein, es fehlt noch ein Song für das neue Album. Begeistert sagt Chris zu.
Alles hat eine Ende
Sowohl Nelly als auch Chris sind melancholische Menschen, haben oft mit Depressionen zu kämpfen. Was liegt da näher, als gemeinsam eine melancholische Ballade über eine zerbrochene Liebe zu schreiben. Beide fragen sich, warum alle guten Dinge irgendwann mal ein Ende haben müssen. Obwohl Chris im Studio ziemlich eingeschüchtert ist vom Riesen Timbaland, der ihn respektlos einfach nur Coldplay nennt, entsteht ein Mega-Hit für Nelly Furtado, Chris singt im Hintergrund.
Das jedoch macht Chris Martins Plattenfirma ziemlich nervös, sie lehnen eine Veröffentlichung mit ihrem „Zugpferd“ auf fremdem Terrain kurzerhand ab. Also wird Chris’ melancholischer Gesang wieder gelöscht. Für jedes Land wird nun ein anderer Sänger in den Titel gemischt, in Deutschland ist das Rea Garvey von der Band Reamon. Chris Martins Part erscheint nur auf einer japanischen Pressung der Platte und im Internet.
Dem Erfolg tut das jedoch keinen Abbruch, „All Good Things“ ist allein in Deutschland sechs Wochen die Nummer 1!
Autorin: Bettina Exner