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Mi, 08.02.2012 | 20:02 Uhr

Popgeschichten

Foto der Beach Boys

Foto: amazon

Beach Boys - Surfin’ USA

Wie die Beach Boys sich Chuck Berry für ihre Surfer-Hymne „ausleihen“

Lebenslust unter kalifornischer Sonne
Brian Wilson von den Beach Boys ist fasziniert vom Bruder seiner Freundin Judy. Jimmy Bowles hat eine neue Sportart für sich entdeckt, neidisch beobachtet Brian seinen furchtlosen Tanz auf den Wellen. Auch sein Bruder Dennis findet das cool, klettert ebenfalls aufs Surfbrett, während sich Brian nicht traut und ihm vom sicheren Strand neidisch zuschaut.

Es ist der Beginn eines ganz neuen Lebensgefühls. Das spürt er deutlich, als er die blonden Jungs auf dem Wasser beobachtet. „Unbändige Lebenslust unter kalifornischer Sonne“, denkt Brian. „Eigentlich müsste man ein Lied darüber schreiben, den passenden Bandnamen haben sie ja schließlich“.

Selbstbedienung bei Chuck Berry
Er bittet Jimmy um eine Liste mit allen bekannten Surfplätzen. 16 Strände listet der Wellenreiter auf, die meisten davon in Kalifornien, einer in Australien und zwei auf Hawaii. Besonders viel Erfahrung hat Brian Wilson als Songschreiber noch nicht und mit den Rechten kennt er sich gar nicht aus. So „leiht“ er sich bei Chuck Berry einfach Teile der Melodie von „Sweet Little Sixteen“ aus und listet all die Surf-Plätze aneinander.

Mit unbändiger Spielfreude nehmen die „Strandjungs“ den Titel auf, es klingt, als sei er in ihrem Wohnzimmer entstanden, aber gerade der nicht perfekte Sound transportiert das unkonventionelle Lebensgefühl der Surfer. Der Soundtrack der Surfer ist längst ein Hit, als Chuck Berry das Lied zufällig im Radio hört.

Ärger vor Gericht
Seltsam vertraut ist ihm die Melodie, aber Chuck kann sich nicht erinnern, den Beach Boys jemals die Genehmigung einer Coverversion erteilt zu haben. Aufgebracht hetzt er seine Anwälte auf die Beach Boys. Brian’s Vater Murry, Manager der Band, geht sofort in die Knie, lässt Tantiemen überweisen und tilgt seinen Sohn vorsichtshalber komplett von den Credits auf der Platte, obwohl der Text, oder sagen wir lieber die Auflistung der Surfplätze, von Brian stammt.

Chuck Berry ist zufrieden mit diesem Ausgang, sein Banker auch und so ist er sehr freundlich, als er die Beach Boys in Kopenhagen trifft und erzählt, dass er „Surfin’ USA“ sehr gerne mag. Jahre später kommt die Wellenreiter-Hymne erneut


Autorin: Bettina Exner

Stand vom 13.3.2011

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