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Mi, 23.05.2012 | 18:05 Uhr

Popgeschichten

Plattenvover von Wet Wet Wet. Foto: promo

Wet Wet Wet - Love is All Around

Wie selbst vor einem Lovesong das Burn-Out-Syndrom nicht Halt macht.

Bandname gesucht
Anfang der Sechziger sitzen in Andover/Südengland sechs junge Musiker in ihrer dunklen Bude zusammen und beratschlagen über ihren zukünftigen Bandnamen. „The Troglodytes“ erscheint ihnen am stimmigsten, es bedeutet „die Höhlenbewohner“. Ihr Manager Larry Page, der auch die Kinks betreut, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.

Das könne sich doch keiner merken, entscheidet er und kürzt den Bandnamen auf „The Troggs“. Der spätere Onkel von Angelina Jolie, die damals noch gar nicht geboren war, reicht ihnen einen Hit in die Höhle. Chip Taylor, eigentlich James Wesley Voight, ist der Bruder von Schauspieler Jon Voight, dem Vater von Angelina.

Wie wärs mit einem Soundtrack?
Angestachelt von dem Erfolg und inspiriert von psychedelischer Musik versucht sich Leadsänger Reg Presley nun selbst an einem Song. Am 12. Oktober 1968 treten sie damit im Beat-Club im deutschen Fernsehen auf, die Chartplatzierungen können sich sehen lassen: Platz 5 in England, Platz 7 in den USA. Trotzdem löst sich das Sextett Ende der Sechziger wieder auf.

27 Jahre später werkeln in Schottland WET WET WET an ihrer Karriere. Für den Film „4 Hochzeiten und ein Todesfall“ mit Hugh Grant sollen sie einen Song beisteuern, aber sie haben gerade nichts Passendes parat. Da stoßen sie auf den alten Troggs Titel, der passt hervorragend zu Hugh Grants Dackelblick. 

Den Plattenerlös in Kornkreisfeld-Forschung investiert
Songschreiber Reg Presley von den Troggs freut sich, als sich 1994 der unerwartete Geldsegen auf seinem Bankkonto einfindet. Reg spendet viel Geld für die Erforschung von Kornkreisen auf Getreidefeldern und kauft sich ein neues Haus. 15 Wochen schon dominiert der Song die britischen Charts, läuft fast pausenlos im Radio. WET WET WET kommt der Song schon aus den Ohren raus, sie können ihn selbst nicht mehr hören.

Die Jungs beschließen, die Single sofort vom Markt zu nehmen. Aber die Rechnung geht nicht auf, es sind noch zu viele Exemplare im Handel. „Love Is All Around“ bleibt trotzdem für ein weiteres Jahr in den Charts, obwohl viele Radiosender den Song von ihren Playlisten nehmen. Diagnose: „Burn Out“ für ein wunderschönes Liebeslied.

Übrigens: 1992 überredet die Band REM die Troggs zu einem Comeback, sie laden die angegrauten Jungs in ihr Heimatstädtchen Athens ein und produzieren gemeinsam ein Album: „Athens Andover“. Aus lauter Ehrfurcht nehmen auch sie eine Version von „Love Is All Around“ auf.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 21.7.2011

Zum Nachhören 

Audio 21.07.2011

Wet Wet Wet - Love is All Around

Wie selbst vor einem Lovesong das Burn-Out-Syndrom nicht Halt macht.

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