Harter Lesestoff
Robert Smith ist ein großer Fan des australischen Autors Patrick White. Das Buch „The Vivisector“ verschlingt er in einer einzigen Nacht. Entsetzt ist er jedoch, als der Vater des Helden streunende Straßenkatzen in einen Sack stopft und ertränken will. In dem Buch stehen die Katzen für die Unschuldigen und die Schutzbedürftigen auf dieser Welt. Das Bild der todgeweihten Tiere geht Robert nicht mehr aus dem Kopf, darauf muss er erstmal einen Drink nehmen.
Eigentlich nicht ernst gemeint
Es bleibt nicht bei einem. Ziemlich betrunken schreibt er ein freundlicheres Szenario nieder, über verliebte Katzen auf ihrer übermütigen Reise durch die Nacht. Schwer verkatert liest er sich den Text am nächsten Morgen durch und schüttelt verständnislos den Kopf: „Absoluter Nonsens“. Aber als noch ein Titel für das Album „Japanese Whispers” fehlt, spielt er den Titel mit seinen Kumpels von den Cure ein. Es ist spät, die Musiker haben alle schon einen im Tee, als sie die „Love Cats“ endlich aufnehmen. „Der Song hat was“, urteilt überraschend die Plattenfirma und verordnet ein Video. Robert kann es kaum glauben.
Heimlicher Videodreh in einer Villa
Er hasst den Blödelsong. Juxend rufen sie einen Makler an. Sie geben vor, ein großes Anwesen von ihren Tantiemen kaufen zu wollen, woraufhin dieser die Schlüssel zu der schönsten Villa im Angebot vorbeischickt. Die Jungs trinken sich einen und drehen das Video in der fremden Villa. Der Makler macht leider keinen Umsatz, aber die „Love Cats“. Sie tanzen sich 1983 schnurstracks in die Charts.
Obwohl Robert Smith das Lied nie ernst genommen hat, inspiriert es wenig später Teenie-Komödien-Spezialist John Hughes. Nachdem er den „Breakfast Club“ mit Molly Ringwald erfolgreich in die Kinos brachte, überreicht er seiner Hauptdarstellerin ein Drehbuch,ber jene „Love Cats“ der Cure. Realisiert wurde der Film jedoch nie.
Autorin: Bettina Exner