Sturm an Deck
Liam Sternberg lässt sich den Wind um die Nase blasen. Anstatt gemütlich im Restaurant der Fähre Kaffee zu trinken, steht der Songschreiber an der Reling und schaut aufs Meer. Es tobt ein gewaltiger Sturm, Liam kann sich kaum auf den Beinen halten. Anderen Passagieren geht es genauso. Mit seltsamen Verrenkungen torkeln sie über das Deck, versuchen mühsam, die Balance zu halten.
Liam muss lachen, es sieht sehr komisch aus. Irgendwie erinnern ihn die Bewegungen an alte, ägyptische Wandmalereien, auf denen die Leute beim Tanz ausgiebig mit den Armen rudern. Irgendwann ist es Liam dann doch zu gefährlich. Er geht unter Deck und schreibt ein Lied über Menschen, die sich wie alte Ägypter bewegen.
Sexy Susanna
Er mag den Song. Umso enttäuschter ist Liam, dass die durch ihren Hit „Mickey“ angesagte Toni Basil ihn nicht singen mag. Aber die Bangles brauchen noch dringend einen Albumfüller! Aber auch hier sorgt der lustige Song für Missstimmung. Es gibt Spannungen in der Mädchenband. Die Medien stürzen sich ständig nur auf die hübsche Susanna Hoffs, die übrigen Mädchen sind fast zu Statisten degradiert.
Erst der Hit, dann die Trennung
Dicke Luft herrscht auch 1985 im Tonstudio, als der Produzent die Strophen für den Gesang austeilt. Vier Mädchen, drei Strophen, Debbie Peterson hat das Nachsehen. Die Schlagzeugerin darf noch nicht mal trommeln, denn man benutzt eine moderne Drumbeat-Maschine. Auch wenn zwischen den Mädels ordentlich die Fetzen fliegen, die Ursache des Streits wird der größte Hit der Band! Drei Jahre noch raufen sich die Bangles zusammen, dann gehen sie getrennte Wege.
Bettina Exner