Truthahnessen bei Motown Records
Jedes Jahr feiert die Firma Motown mit allen Künstlern Weihnachten. Auch 1966 schneidet Firmengründer Berry Gordy höchstpersönlich den Truthahn an, jeder legt brav seine Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Alle außer Steve Wonder. Der Sechzehnjährige hatte wieder nächtelang im Studio getüftelt, Geschenke zu kaufen hat er einfach vergessen.
Verlegenheitsgeschenk von Steve Wonder
So überreicht er seinem Freund Smokey Robinson nur ein paar Noten. Vergebens hat er versucht, sich einen Reim auf die hübsche Melodie zu machen, aber ihm fiel rein gar nichts dazu ein. Vielleicht kann Smokey die Melodie ja gebrauchen. Der ist nicht nur einer der erfolgreichsten Künstler bei Motown ist, sondern auch Vize-Präsident und künstlerischer Leiter.
Nr.1-Hit
Aber Smokey hat das Tourleben ziemlich satt, seit er mit Miracles-Sängerin Claudette eine Familie gegründet hat. Eigentlich möchte er an den Wochenenden lieber zuhause bei seiner Familie sein. Der Job des Stellvertreters bei Motown reicht ihm völlig. Aber da ist diese Melodie von Stevie, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie erinnert ihn irgendwie an den Zirkus.
Er mag Clowns, besonders den italienischen Bajazzo aus der gleichnamigen Oper von Ruggero Leoncavallo, der all seine Traurigkeit stets hinter einem Lächeln verbirgt. Schnell hat Smokey den Text fertig. Mit dem Weihnachtsgeschenk von Stevie Wonder landet er seinen ersten Nummer 1 Hit für sich & seine Miracles.
Autorin: Bettina Exner