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Mi, 23.05.2012 | 17:36 Uhr | Jetzt läuft: Camouflage - Love Is A Shield

Popgeschichten

Robert Palmer (c) dpa-bildfunk

Popgeschichten

Robert Palmer - Addicted To Love

Wie Robert Palmer mit betrunkenen Models ein Kultvideo dreht.

Sex-Albtraum
Schweißgebadet wacht Robert Palmer auf. Er hatte einen Traum, von dem er nicht so genau weiß, ob er schön war oder ein Alptraum. Robert arbeitet gerade an einem Song über Sexsucht, im Traum erschienen ihm Frauen, die alle gleich aussahen, wie Roboter. Schwarz wie Ebenholz, weiß wie Schnee, rot wie Blut. Aber wie Schneewittchen sahen die Mädchen aus Roberts Traum nicht aus, denn da war dieser Blick. Cool, arrogant, wie das Mädchen von dem Bild an seiner Wand guckt, gezeichnet von Pop-Art Künstler Patrick Nagel.

Auflauf der Amazonen im Studio
Nachdenklich schreibt er weiter an seinem Song, plötzlich hat er eine Idee. Er beauftragt den Photografen Terence Donovan, die Mädchen aus seinem Traum für das Video zu suchen. Der starrt lange auf das Bild in Roberts Wohnzimmer, und macht sich auf die Suche. Tatsächlich findet er 5 Models, die genau so ausschauen.

Robert hat derweil sein Lied zusammen mit Duran Duran Gitarrist Andy Taylor eingespielt, eigentlich sollte Chaka Khan noch mitsingen, aber die kriegt von ihrer Plattenfirma für ein Konkurrenzprodukt nicht frei. Sie hat jedoch heimlich die Gesangsparts arrangiert. Im Studio ist schon alles aufgebaut für den Videodreh. Robert Palmer hat seinen besten Anzug an, die Amazonen sind alle gleich geschminkt und „aufgebockt“. 

Betrunkene Models am Set
Verzweifelt versucht noch ein Gitarrenlehrer auf die Schnelle, den Models einen Gitarrengriff beizubringen. „Sie kapieren es einfach nicht“, stöhnt er und rennt entnervt aus dem Studio. Der Regisseur flößt ihnen Wein ein, aber als sie endlich den coolen Blick drauf haben, sind sie alle betrunken. Eines von den Mädchen, Teri, kann sich am Set kaum noch auf den Beinen halten. Beschwipst rammt sie Robert Palmer den Gitarrenhals in den Nacken, seine Nase knallt ans altmodische Mikrophon und blutet.

Trotzdem kriegen sie es irgendwann hin, das ironische Video katapultiert „Addicted To Love“, die Hymne aller Sexsüchtigen, in die Charts. Obwohl der Song Roberts größter Hit wird, verflucht er das Video. Alle Frauen, die künftig in den ersten Reihen bei seinen Konzerten stehen, sehen aus wie diese Mädchen aus dem Video. Stark geschminkt, cool, sexy, aber so gar nicht der Frauentyp, auf den Robert Palmer steht.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 6.9.2011

zum Nachhören 

Audio 06.09.2011

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