Titelsong für Kinderserie gesucht
1969 freut sich Albert Hammond über einen neuen Auftrag. Obwohl er mit seinem Freund Mike Hazlewood bereits einen Hit mit Leapy Lea gelandet hat, ist das Geld immer noch knapp. Für eine Rubrik der BBC-Kinderserie „Little Big Time“ soll er den Titelsong schreiben, möglichst mit pädagogischem Wert. In „Oliver In The Overworld“ sucht ein Junge - Oliver - den verstummten Gong aus der kaputten Uhr seines Großvaters.
Ein tolle Geschichte
Durch die Sendung führt der humorvolle Freddie Garrity mit seinen Dreamers, die zwar auch die Songs liefern sollen, aber an diesem einen scheitern. Albert tüftelt mit seinem Freund Mike an der phantasievollen Geschichte. Einem Metronom ist der „Click“ abhanden gekommen, gestohlen vom bösen „Underdog“. Ein Piano soll mit einem ähnlichen Geräusch aushelfen.
Schlecht fürs Bandimage
Allen gefällt der kindgerechte Song, Freddie & The Dreamers singen das Lied in der Show, aber eine Single wollen sie dann doch nicht veröffentlichen. Das alberne Lied könnte ihrem Image schaden. Also singt der Produzent Roger Greenaway die tiefe Stimme selbst, aber wer kommt für die hohe Stimme infrage? Lange suchen muss er nicht, denn der Sänger Tony Burrows ist gleich mit drei Bands in den Charts.
Strenge Sitten in Italien
“My Baby Loves Lovin’” hat Roger für Tony Burrows geschrieben, er wird die Stimme des Pianos. In den Abbey Road Studios jedoch stolpert Tony Burrows ständig über das Wort “Click”, also macht man kurzerhand ein geschmeidiges „Ding“ daraus und ab geht’s in die Charts. Nur das katholische Italien verweigert dem „Ding“ die Einreise. Hier befürchtet die Jugendschutzbehörde, bei dem „Ding“ könnte es sich um das männliche Geschlechtsteil handeln. Albert Hammond ist es egal, denn dieser Song ist der Beginn seiner Weltkarriere, bei der das Geld niemals mehr knapp wird.
Autorin: Bettina Exner