Liebling Al Capone
Einen Karriereschub könnten die Jungs von Paper Lace in Nottingham Anfang der Siebziger gut gebrauchen. Sie bewerben sich und dürfen antreten. Die Band kommt gut an beim Publikum, aber was fehlt, sind eingängige Songs. Die Autoren Mitch Murray und Peter Callander lieben amerikanische Gangsterfilme, sie kennen alle. Nachdem sie die Geschichte von Bonnie & Clyde für Georgie Fame getextet haben, soll der berüchtigte Gangsterboss Al Capone die Hauptfigur eines weiteren, kriminellen Songs werden. Der trieb in den 20er und 30er Jahren in der Chicagoer Unterwelt sein räuberisches Unwesen.
100 Tote in Chicago
Der clevere Verbrecher hat einst die „Geldwäsche“ erfunden, indem er seine Millionen in Waschsalons investierte und das Geld an der Steuer vorbei blütenweiß wieder herausholte. Die beiden englischen Autoren waren noch niemals in Chicago, trotzdem siedeln sie dort die fiktive Schlacht zwischen Al Capone und der Polizei an. Im Song sterben 100 Polizisten, in der Realität arbeitete die Polizei oft mit Al Capone zusammen. Als die beiden Krimi-Fans die Band Paper Lace in der Talentshow sehen, haben sie die richtigen Interpreten für ihre „Räuberpistole“ gefunden. Zum Aufwärmen gibt es erstmal eine Nummer aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg.
Nochmal ab in die Schule!
Damit gewinnen die Jungs den Wettbewerb. Danach geht es mit „The Night Chicago Died“ zur Sache und platindekoriert in die Charts! Stolz schickt die Band Paper Lace die Single an den Bürgermeister von Chicago, aber Mister Richard J. Daley ist nicht amüsiert. Ihm sind dann doch zu viele geografische Fehler in dem Song.
Autorin: Bettina Exner