Endlich mit Hendrix und Joplin auf der Bühnen
Im Sommer 1967 ist Otis Redding überglücklich. Gerade hat er vor 90.000 Fans auf dem Monterey Festival in Kalifornien mit Jimi Hendrix und Janis Joplin endlich auch die weißen Musikfans begeistert. Bisher war er lediglich der Soul-Held der Farbigen. Aber anstatt nun durchzustarten, machen seine Polypen in der Nase ausgerechnet jetzt Ärger. Seine Aussprache beim Singen wird immer schlechter, die Nase läuft ständig.
Ausspannen in Kalifornien
Zunächst doktert Otis alleine herum, aber trotz Tee mit Honig wird es immer schlimmer. Es hilft nichts, er muss unters Messer. 6 Wochen darf er weder sprechen noch singen. Rock-Impressario Bill Graham lädt Otis auf sein Hausboot Nahe San Francisco in Kalifornien ein, damit sein Schützling in Ruhe genesen kann. Hier sitzt Otis im August 1967 schweigsam in der Sonne, schaut auf die Golden Gate Brücke, beobachtet die Schiffe und hört das neueste Beatles Album.
Hit auf dem Hausboot
Das Album der Pilzköpfe weckt seine Lebensgeister. Er beginnt einen Text über seinen trägen Zustand zu schreiben. Als Otis November 1967 endlich wieder singen darf, stürmt er hoch motiviert ins Tonstudio, um den Song einzusingen, den er auf dem Hausboot mit Blick auf das Meer geschrieben hat. 3 Tage später ist Otis Redding unterwegs von einer Fernsehshow in Cleveland nach Wisconsin, wo er mit seiner Band, den Bar Kays, ein Konzert geben will.
Tragischer Flugzeugabsturz
Auf dem Flughafen lässt der Pilot den Privatjet durchchecken, während Otis noch schnell mit seiner Frau und den Kindern telefoniert. Bis heute ist nicht gänzlich geklärt, warum das zweimotorige Flugzeug der Marke Beechcraft am 10.Dezember 1967 plötzlich an Höhe verliert und in den gefrorenen Monona-See stürzt. Der 26-jährige Otis Redding ist sofort tot, nur ein Bandkollege überlebt den Absturz. Sechs Wochen nach seinem Tod klettert „Sittin’ On The Dock Of The Bay“ auf Platz 1, zum ersten Mal in der Pop-Geschichte erobert ein Verstorbener die Spitze der Billboard-Charts.
Autorin: Bettina Exner