Langes Warten auf den Erfolg
In England hat Phil Tornalley mit einer unbekannten Band ein Lied geschrieben, an dem er unbeirrbar fest hält. Das aber konsequent erfolglos. Obwohl er ansonsten eine feste Größe im Musikgeschäft ist. Er hat mit „The Cure“ gearbeitet, Duran Duran, Cyndi Lauper und Sting produziert, hier liegt er irgendwie völig falsch.
Die erste Version seines Lieblingssongs produziert er 1993 mit der unaussprechlichen Undergroundformation Ednaswap. Ednaswap bleiben im Untergrund, mit ihnen auch „Torn“. Phil nutzt seine Verbindungen, Kathrina & The Waves nehmen den Titel auf und nichts passiert.
In Skandinavien ist die Situation auch nicht erfreulicher. Weder Lis Sorensen (1993) in Dänemark noch Trine Rein aus Norwegen landen damit einen Hit. Frustriert packt Phil Thornalley sein „Torn“ wieder in die Schublade.
Von Australiens Seifenopern in den UK-Charts
In Australien scheint es die Grundvoraussetzung für Popsängerinnen zu sein, bei der Daily Soap „Neighbours“ mitzuspielen. Wie schon Kylie Minogue, Delta Goodrem und Holly Valance hat auch Natalie Imbruglia 1991 eine Rolle in der Seifenoper „Neighbours“ ergattert. Aber die kleine Australierin hat schnell die Nase voll von den öden Drehbüchern, Natalie will Musik machen, steigt 1994 wieder aus und zieht nach London.
Die Plattenfirmen sind ständig auf der Suche nach jungen, schönen Mädchen: Natalie ist sehr jung, sehr schön, außerdem sehr musikalisch. Trotz seines Flops ist Phil Thornalley nach wie vor jedoch ein gefragter Spezialist bei den Plattenfirmen, wenn es um junge Talente geht. Nun soll er Natalie Imbruglia musikalisch auf die Sprünge helfen. Phil erinnert sich an seinen geliebten Song in der Schublade.
Und das Wunder geschieht. Nach unzähligen Veröffentlichungen sieht „Torn“ 1997 zum ersten Mal das Licht der Charts! Phil ist glücklich, Natalie auch, denn ihre Musik-Karriere geht jetzt so richtig los.
Übrigens: Als die Produzenten der Serie „Neighbours“ bei Natalie Imbruglia anfragen, ob sie ihren Hit in der Serie verwenden dürfen, lehnt das Ex-Starlet den Wunsch rigoros ab.
Autorin: Bettina Exner