Gefangen in der Apartheid
Mehr wird für die kleine schwarze Miriam nicht drin sein, als Hausmädchen bei reichen, weißen Herrschaften zu werden. In Südafrika in den Fünfzigern Jahren herrscht strenge Rassentrennung: die Weißen herrschen, die Schwarzen dienen. Aber Miriam kann mehr, denn sie hat eine wunderschöne Stimme. Sie verflucht das rassistische System, in dem sie als Dunkelhäutige keine Chancen hat.
Einreise in die Heimat verweigert
Trotzdem schafft sie es irgendwie, sich zu den Dreharbeiten des kritischen, Antiapartheid-Dokumentarfilms „Come Back, Africa“ zu schleichen. Der Regisseur ist begeistert von der 25-Jährigen, sie darf sogar einen Song singen. Beim Filmfestival in Venedig gewinnt die Doku einen Preis, Miriam singt ihr Lied öffentlich. Bei der Rückreise lässt sie sich Zeit. Daraufhin wird ihr die Einreise in ihre Heimat verweigert. Verzweifelt fragt sich Miriam, ob sie ihre Familie je wieder sehen wird?
Harry Belafonte als Förderer
Harry Belafonte kümmert sich um das staatenlose Mädchen, er nutzt seine Popularität und nimmt sie mit in die USA, wo Miriam das begehrte Aufenthaltsvisum bekommt. Belafonte geht mit ihr auf Tournee. Die Menschen sind begeistert von der Frau mit dem sonnigen Gemüt und dem unbändigen Temperament. Gemeinsam mit einer angeschickerten Marilyn Monroe bringt sie John F. Kennedy am 19. Mai 1962 im Madison Square Garden ein Geburtstagsständchen.
Auftritt im TV
An der Seite von Harry Belafonte gelingt es ihr, die Rassentrennung im amerikanischen Fernsehen zu überwinden. Schnell stehen die Plattenfirmen Schlange. Bei Reprise plant man ein Pop-Album mit ihr, der Songschreiber und Produzent Jerry Ragovoy soll die Produktion begleiten. Jerry ist schon ein alter Hase im Showgeschäft, er hat sogar mit den Rolling Stones gearbeitet.
Ein Meilenstein gegen die Apartheid
Vor den Aufnahmen besucht Jerry ein Konzert von Miriam. Atemlos verfolgt er die energiegeladene Sängerin, wie sie afrikanische Lieder singt und gegen die Apartheid in ihrer Heimat wettert. Der Produzent entschließt sich, keine leicht verdaulichen Popsongs zu produzieren. Bereits zehn Jahre zuvor hatte Miriam in Südafrika ein Lied in der Sprache ihres Vaters, Xhosa, komponiert. Obwohl die Plattenfirma vor Wut schäumt, wird „Pata Pata“ ein Megahit und ein weiterer Meilenstein gegen die Rassentrennung, gegen die Miriam ein Leben lang kämpft.
Autorin: Bettina Exner